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Donnerstag, 12. Februar 2009 um 07:23 Uhr |
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point alpha, ddr
Am Mittwoch wurden dazu in Geisa die Pläne für ein Mahnmal präsentiert. Es soll aus vierzehn großen Skulpturengruppen bestehen. Sie sollen in Anlehnung an den biblischen Kreuzweg für das Leid in den kommunistischen Diktaturen Europas stehen. Geschaffen werden die vier Meter hohen Eisen-Skulpturen von Bildhauer Ulrich Barnickel. Die Schau wird mit umfangreichem Begleitprogramm am 6. Mai eröffnet.
«Kein Ort eignet sich besser für diese Aufgabe als Point Alpha, der als Kristallisationspunkt der Blockkonfrontation daran erinnert, dass die innerdeutsche Grenze auch die Nahtstelle zweier Systeme und damit die Teilung der Welt markierte», sagte die neue Stiftungsdirektorin Uta Thofern. Die politischen Kunst- und Geschichtsprojekte werden vom Freistaat Thüringen mit 200 000 Euro unterstützt. Ein Förderantrag in gleicher Höhe ist bereits beim Bund in Berlin eingereicht worden. Das Land Hessen ist nicht beteiligt.
Die Skulpturen mit dem Titel «Weg der Hoffnung» werden entlang eines 1,5 Kilometer langen Spazierpfades am früheren Eisernen Vorhang dauerhaft installiert. Die Menschen sollen mitgenommen werden und können sich dort - auch aufgrund persönlicher Biografien - in der Geschichte wiederfinden. So ist in einer Skulpturengruppe des 14- teiligen Mahnmals ein Angeklagter vor einem sitzenden Richter zu sehen, der ihn hochmütig abweist - ein Symbol für den Unrechtsstaat. «Es gab viele Menschen in der DDR, die ohnmächtig vor Anklägern gestanden haben», sagte der Vorsitzende des Point-Alpha- Stiftungsrates, Wolfgang Hamberger.
Die einzelnen Stationen werden nach und nach bis 2010 - 20 Jahre nach der Wiedervereinigung - vorgestellt. Der in Weimar geborene Künstler Barnickel wurde 1985 ausgebürgert und zog aus der DDR nach Fulda. Mittlerweile betreibt er eine Werkstatt im osthessischen Schlitz. Den Tag der Ausstellungseröffnung habe die Stiftung bewusst gewählt - es ist der Vorabend des Jahrestages der letzten gefälschten DDR-Kommunalwahl.
Neben dem Mahnmal ist auch eine audio-visuelle Installation geplant. Die Ausstellung «Freiheiten!» der Berliner Künstlerin Bettina Leder-Hindermith stellt eine Multivision medialer Zitate von 1989 in den Mittelpunkt und will die Dramatik und die Emotionen der Revolutionszeit wachrufen. Flankierend dazu sind Veranstaltungen geplant, die jeweils die Ereignisse in östlichen Nachbarländern wie Ungarn und Tschechien thematisieren. So soll die Wende im europäischen Kontext dargestellt werden.
(Internet: www.pointalpha.de)
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