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Frans, Hals
Die Ausstellung «Frans Hals und Haarlems Meister der Goldenen Zeit» zeigt seit Donnerstag, wie sich im 17. Jahrhundert ein freier Kunstmarkt und damit eine breitere Themenpalette der Maler entwickelte. Zunehmend bestimmte das reiche Bürgertum die Bildmotive - von Landschaften und Stadtansichten über Marine-Themen, Stillleben und Innenansichten von Kirchen bis zu Porträts, auf die besonders Frans Hals (1583/84 bis 1666) spezialisiert war. Die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Frans Hals Museum in Haarlem ist die erste große Schau niederländischer Meister in München seit 30 Jahren bis zum 7. Juni zu sehen.
Feiernde Bauern, lustige Gartengesellschaften, Märkte und Straßenzüge, Landschaften mit Pferdewägen, Schiffe auf wilder See und immer wieder Porträts: Die Ausstellung gibt tiefe Einblicke in das Leben der damaligen Zeit. Ein eigener Raum zeigt Bilder, die sich mit Wohltätigkeitsaktionen befassen, die damals aus Prestigegründen von reichen Bürgern gefördert wurden. Mehrfach werden die Wohltäter selbst gezeigt und oft hält eine der Personen eine Hand geöffnet - ein Zeichen, dass Spenden durchaus willkommen sind. Gezeigt werden auch die beiden berühmten Gruppenporträts der Regenten sowie Regentinnen des Altmännerhospizes von Frans Hals, die bisher noch nie in Deutschland zu sehen waren.
Die Kirche als Auftraggeber für Künstler war mit der Reformation in den Hintergrund getreten, kirchliche Motive nahmen damit ab. Dafür erstarkten Bürger- und Unternehmertum. Die von Privatleuten in Auftrag gegebenen Bilder waren oft kleiner, vielfach wurden Porträts bestellt - die Stärke von Frans Hals, der bis zu seinem Tod im Jahr 1666 malte. Er porträtierte Kaufleute, Brauer, Schützen, Ehepaare und auch den Haarlemer Bürgermeister, dem er nach seiner Amtsübernahme auf dessen Wunsch noch einen wertvolleren Kragen malte als zuvor geplant. Und wenn es etwas billiger sein sollte, ließ Hals ein Bild schon mal von seinen Assistenten fertigmalen, wie der Hals-Kenner und Kurator des Frans Hals Museums, Pieter Biesboer, erläuterte.
Die Ausstellung sei ein Geschenk für die Stadt München, betonte die Direktorin der Hypo-Kunsthalle, Christiane Lange. Es sei nicht einfach, die Kunstwerke überhaupt als Leihgabe zu erhalten – zu schwierig sei oft der Transport wegen der Gefahr von Beschädigungen. Die Ausstellung sei mit «Andacht und Liebe» gemacht, betonte der Direktor des Frans Hals Museums, Karel Schampers. «Das ist der Grund dafür, dass wir Bilder ausgeliehen haben, die sonst nie ausgeliehen würden.»
Zu den selten gezeigten Werken gehört auch «Der Kindermord von Bethlehem» von Cornelius Cornelisz van Haarlem. Allein der Transport des 2,50 mal 3,40 Meter großen Bildes erfordert logistischen Aufwand, es habe schon gar nicht durch die Türe gepasst - so musste eigens ein Fenster ausgebaut werden. Von Cornelius Cornelisz van Haarlem stammt auch «Mönch und Begine», bei dem ein Mönch der Klosterfrau an die nackte Brust fasst. Es sollte allerdings laut Biesboer keineswegs anrüchig sein, sondern vielmehr vor schlechten Sitten warnen.
Die Werke von rund 20 Künstlern neben Frans Hals sind zu sehen, darunter Namen wie Hendrick Goltzius, Jacob van Ruysdael, Pieter Saenredam, Hendrick Vroom, Jan van Goyen und Floris van Dijck. «Es ist uns darum gegangen, nicht nur Frans Hans zu präsentieren», sagte der Kurator der Hypo-Kunsthalle, Roger Diederen. Der Kunsthalle sei es vielmehr wichtig gewesen, «mit Frans Hals auf dem Plakat viele Künstler zu zeigen, die nicht so bekannt sind».
(Internet: www.hypo-kunsthalle.de)
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