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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Die zweite Natur - Zeichnungen und Skulpturen von Tony Cragg PDF Drucken E-Mail
Freitag, 13. Februar 2009 um 08:10 Uhr

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Tony, Cragg, Zeichnungen


Die Vielfalt eines der bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart zeigt eine Ausstellung in Karlsruhe. Unter dem Titel «Tony Cragg: Second Nature» sind in der Staatlichen Kunsthalle rund 120 Arbeiten des gebürtigen Briten und Wahl-Wuppertalers zu sehen. Die Schau präsentiert von diesem Samstag an (14. Februar) bis zum 3. Mai einen Querschnitt seiner Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken von den 1970er Jahren bis heute - zu sehen sind auch mehr als 20 Skulpturen der vergangenen Jahre.

«Tony Cragg zählt zu den kühnsten Bildhauern der Gegenwart», sagte Museumsdirektor Klaus Schrenk am Donnerstag. Weniger bekannt sind seine Zeichnungen, Aquarelle und Radierungen. Die treten nun in der Karlsruher Ausstellung in einen spannenden Dialog mit den monumentalen Skulpturen aus klassischen Werkstoffen wie Holz, Bronze bis hin zu Edelstahl und Kevlar - dem Stoff, aus dem schusssichere Westen gefertigt sind.

Gegenstand, Landschaft und Figur - die Welt des Tony Cragg ist klar eingeteilt. Dies spiegelt sich aber nicht unbedingt in seinen überraschenden Formfindungen wider, bei denen Gefäße oder Alltagsgegenstände zu pflanzen- oder muschelartigen Gebilden werden und Porträts in geschichteten und verdrehten Stelen zerfließen. «Ich muss gestehen, dass ich kaum je sagen könnte, wer das Sagen hat – ich oder die Skulptur», sagt der Künstler über seine Arbeit.

«Second Nature», der Titel der Ausstellung, reflektiert eine kulturphilosophische Grundüberlegung, die besagt, dass Kultur die zweite Natur des Menschen darstellt. Craggs Werk trägt deshalb auch «die Züge einer poetisch-phantastischen Wunderkammer», beschreibt dies Kuratorin Kirsten Claudia Voigt.

Die ist etwa in den berühmten - auch schon mal grell-bunten - Gebilden der «Early Forms» oder den «Wirbelsäulenstrukturen» zu entdecken, die aus der Grundidee gestapelter Gefäßformen hervorgingen. Werke wie die 1,5 Tonnen schwere rote in Karlsruhe gezeigte Skulptur «Wooden Crystal» gehen auf dieses Prinzip zurück. Man möchte sie anfassen, diese vieldeutigen Gebilde. Doch schon die mehrfache Umrundung lässt immer neue Entdeckungen zu.

Das Prinzip der Vieldeutigkeit herrscht auch in den Zeichnungen, auf denen Interieurs und Wälder überlagert werden von Linien, Geflechten oder Ziffern und Zahlencodes. Gegenstand, Landschaft oder Figur? Die phantastischen «Chromosomes» lassen alles zu. Eindeutig scheinen bei Cragg nur subtile Zeichnungen wie die der Seehunde vor Sylt zu sein.

(Internet: www.kunsthalle-karlsruhe.de; www.tony-cragg.com)



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