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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Wilhelm-Busch-Museum zeigt Arbeiten aus Waechter-Nachlass PDF Drucken E-Mail
Samstag, 14. Februar 2009 um 10:45 Uhr

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Hannover, Busch, Waechter


Die Arbeiten reichen von frühen Zeichnungen bis zu der noch unveröffentlichten Bildererzählung «Der Höllenhund», die kurz vor seinem Tod entstand. Waechters Familie hatte sich zum Leidwesen der Stadt Frankfurt entschieden, den Nachlass nach Hannover zu geben. «Wir wollten, dass die Vielfalt des Werkes zur Geltung kommt», sagte Cornelia Vollhard-Waechter am Donnerstag. Der Mitbegründer des Satiremagazins «Titanic» war auch Kinderbuchautor, Stückeschreiber und Regisseur.


Meister der absurden Komik: F.K. Waechter im Wilhelm-Busch-Museum

Von Christina Sticht, dpa

Hannover (dpa) - Er ist ein Meister der absurden Komik und des hintersinnigen Humors: Friedrich Karl Waechter (1937-2005) zeichnete Flusspferde im Einmachglas, einen Löwe als hungrigen Beamten am Schreibtisch vor bibbernden Schweinchen oder Dutzende Frauen als Zootiere im «Frauenfreigehege Dingolfing». Der Mitbegründer der Neuen Frankfurter Schule gilt als einer der wichtigsten deutschen Satirekünstler der Nachkriegszeit. Das Wilhelm-Busch-Museum Hannover zeigt von diesem Sonntag an rund 350 Arbeiten aus dem Nachlass des vielfach begabten Zeichners, Dichters, Kinderbuchautors, Stückeschreibers und Regisseurs.

Das Deutsche Museum für Karikatur und kritische Grafik in Hannover ist seit November Besitzer von Waechters knapp 4000 Werke umfassenden Nachlasses. Sehr zum Leidwesen der Stadt Frankfurt hatte die Familie entschieden, dass der Nachlass besser in Hannover aufgehoben sei. Hier gebe es den idealen Rahmen für die «Vielfalt des Werkes», also auch für die poetisch-literarischen Bilderbücher ihres Mannes, betonte Cornelia Vollhard-Waechter bei der Vorbesichtigung der Schau, die bis zum 10. Mai zu sehen ist.


Die Ausstellung bietet einen Überblick von den frühen Arbeiten für die Satirezeitschrift «pardon» bis zu der noch unveröffentlichten düsteren Bildergeschichte «Der Höllenhund», der kurz vor Waechters Tod entstand. «Beziehung und Liebe, Leben und Tod - das waren seine großen Themen», sagt die Ehefrau. Waechter widmet sich oft universellen Menschheitsfragen, seltener nimmt er die aktuelle politische Situation aufs Korn. Sein Humor ist mal derbe, mal bitterböse, häufig auch subtil, leise und poetisch.


Bekannt wurde der Künstler mit der langen Lockenmähne 1970 mit seinem «Anti-Struwwelpeter» einem Gegenstück zu Heinrich Hoffmanns angsteinflößendem Erziehungsbuch aus dem 19. Jahrhundert. In der Antifassung wird beim Suppenkaspar, der sein Essen verweigert, der jähzornige Vater unter der Tischdecke samt Suppe begraben. Der Mitbegründer der Satirezeitschrift «Titanic» fühlt sich hinein in die Gedankenwelt der Kinder, die den zeternden oder schmeichelnden
Erwachsenen mit Schrecken beziehungsweise mit Staunen begegnen.

Die Kuratorin der Schau, Gisela Vetter-Liebenow, sieht Waechter in einer Reihe mit großen Ahnherren wie Saul Steinberg und Wilhelm Busch. «Er ist unglaublich reich an verschiedenen Zeichentechniken», erklärt Vetter-Liebenow, die viele Parallelen zu Wilhelm Busch entdeckt hat. «Beide begriffen das Papier als eine Theaterbühne. Und beide interessierten sich für Märchen und transformierten sie in ihre Zeit und ihre Gedankenwelt.»

Eindeutige politische Botschaften oder gar Agitation liegen F.K. Waechter fern, wird in der Ausstellung deutlich. Seine oft absurden Bilder sind rätselhaft und mehrdeutig - gerade deshalb prägen sich die traumhaften Szenen dem Betrachter ein: Etwa wenn Anzugträger mit großen Hämmern eine Straße aus Kindern bauen und mit einer Walze über die Köpfe fahren. Waechter schrieb 1979 dazu: «Das Jahr des Kindes ist vorbei. Wir bauen weiter an der Zukunft.»

(Internet: www.wilhelm-busch-museum.de)


F.K. Waechter: Satiriker, Theatermacher, Kinderbuchautor


Frankfurt/Main/Hannover  (dpa/lhe) - Friedrich Karl Waechter, geboren 1937 in Danzig, wuchs nach der Flucht über die Ostsee in norddeutschen Kleinstädten auf. Nach einer Ausbildung zum Grafiker an der Hamburger Kunstschule Alsterdamm zog er 1962 nach Frankfurt am Main, wo er Chefgrafiker der Satirezeitschrift «pardon» wurde. Mit sieben Gleichgesinnten, darunter Robert Gernhardt und F.W. Bernstein, hob er die Neue Frankfurter Schule aus der Taufe, die mit ihrem
gnadenlosen Witz bald von sich reden machte. Von 1970 an wurden Kinderbücher das neue Betätigungsfeld des Vaters dreier Söhne. Sein Theaterstück «Schule der Clowns», 1975 für die Städtischen Bühnen Frankfurt entstanden, wurde weltweit gespielt.

1978 erschien bei Diogenes in Zürich der erste große Cartoon-Band «Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein», der den Zeichner bundesweit bekannt macht. In den 1990er Jahren inszenierte Waechter mehrmals am Staatstheater Hannover und zeichnete gemeinsam mit seinem Sohn Philip. In den äußerst produktiven Jahren 2000 bis zu seinem Tod 2005 veränderte sich der Zeichenstil des Künstlers: In seinen poetisch-literarischen Bilderbüchern erprobte er neue Techniken wie
Linolschnitt oder Collagen.



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