|
Samstag, 21. Februar 2009 um 09:36 Uhr |
|
Finanzkrise, Galerie
Doch mit der Finanzkrise macht sich eine neue Bescheidenheit breit. Das Kunstmagazin art hat in seiner aktuellen Ausgabe mit Berliner Galeristen gesprochen.
Der Galerist Matthias Arndt hat seine zwei Etagen am Checkpoint Charlie aufgegeben und konzentriert sich nun auf die "Halle am Wasser", die er sich mit vier anderen Kunsthändlern teilt. Er hofft, seine Arbeit durch inhaltliche Konzentration und präzises Sparen weiter verbessern zu können und die Umsatzeinbußen, die "etwa ein Drittel gegenüber dem Vorjahr" betragen, ausgleichen zu können. Vor allem bei Kunstmessen, Transportkosten und Produktionen möchte Arndt sparen, ähnlich wie sein Kollege Friedrich Loock, der sich ebenfalls räumlich verkleinert hat.
Dieses "Klein-Klein" ist für Nicole Hackert von Contempory Fine Arts kein Thema. Zwar müssen die Ausgaben für Produktionen, Lagerungen und Reisen auch hier "extrem reduziert" werden, aber an Umzug denkt sie trotzdem nicht. Allerdings, so scheint es, geben vor allem die internationalen Kunsthändler den Standort Berlin nach und nach auf. So hat die New Yorker Galerie Goff + Rosenthal ihre Dependance in der Brunnenstraße liquidiert, und auch die indische Großgalerie Bodhi Art gab bereits ihre Filiale in der "Halle am Wasser" auf. Die heimischen Galeristen scheinen resistenter gegen die Krise. Sie sind die widrigen Umstände gewohnt, denn selbst in Boomjahren war Berlin eher Produktionsort als Verkaufarena.
|