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Saint Laurent, Bergé, Auktion
Kunstinteressierte ebenso wie Neugierige aus aller Welt standen am Samstag und Sonntag stundenlang Schlange vor dem Grand Palais. Dort wurde die auf 300 Millionen Euro geschätzte Sammlung noch einmal in aufwendiger Inszenierung gezeigt, bevor sie am Montag unter den Hammer kommt. Drei Tage hat das britische Auktionshaus Christie's für das Mega-Event angesetzt.
Morgens um 900 Uhr öffnete das Grand Palais am Wochenende bis Mitternacht seine Pforten, doch viele kamen früher. «Ich bin schon um 630 Uhr hier gewesen. Ich wollte dieses Ereignis nicht verpassen, denn ich bin eine Kunstliebhaberin und ein Fan von Yves Saint Laurent», sagte die 60-jährige Marie-Yvonne. Insgesamt 730 Gemälde, Designermöbel, Keramiken und Goldschmiedearbeiten stehen zum Verkauf. Der im August 2008 gestorbene Saint Laurent und sein Lebenspartner Pierre Bergé hatten die Kunstschätze in 50 Jahren erworben. Darunter befinden sich Meisterwerke von Pablo Picasso und Henri Matisse, aber auch exklusive Wandteppiche und vergoldete Silberpokale aus dem Besitz des ehemaligen Königshauses von Hannover.
Mythisch, einzigartig und prächtig - so schwärmten Besucher über die spektakulär in Szene gesetzten Objekte. Rund eine Million Euro ließ es sich das britische Auktionshaus kosten, im Grand Palais die beiden prächtigen holzgetäfelten Pariser Wohnungen von Saint Laurent und Bergé nachzubilden - in insgesamt zwölf Sälen; geöffnet bis Montag 1300 Uhr, dann wird die Auktion vorbereitet.
Gleich zu Beginn betritt der Besucher den Grand Salon von Yves Saint Laurent, in dem eines der Meisterwerke der Sammlung stand: das Porträt von Madame L.R., eine seltene Holzfigur von Constantin Brancusi. Es war das erste kostspielige Werk, das Saint Laurent und Bergé Anfang der 70er Jahre gemeinsam erwarben. Schätzpreis: 15 und 20 Millionen Euro.
Das Ende der Ausstellung gleicht dem Versailler Spiegelsaal. Im Musiksalon Yves Saint Laurents hingen 15 herrliche Spiegel im Jugendstil von Claude Lalanne, deren Wert auf 700 000 bis 1 Million Euro geschätzt wird. Dazwischen sind in eleganten Vitrinen Tabakdosen, Silberbestecke, Dolche aus Indien und der Türkei und die herrlichen Silberpokale aus dem ehemaligen Königshaus von Hannover zu sehen, die am Dienstag versteigert werden. Der Wert dieser kunstvollen Schmiedearbeiten aus dem 17. Jahrhundert liegt jeweils zwischen 30 000 und 180 000 Euro.
Unter den Auktionslosen befinden sich auch zwei Bronzeskulpturen aus China, die jeweils einen Hase und eine Ratte abbilden. Die beiden Tierköpfe stammen aus der Zeit um 1743 und wurden von dem Kaiser Qianlong für seinen Sommerpalast in Peking in Auftrag gegeben. China will die seltenen Stücke wieder zurück, weil sie während des Zweiten Opiumkriegs von Frankreich und England gestohlen worden seien. Pierre Bergé und Christie's beteuern die Rechtmäßigkeit der Skulpturen. Bergé scheint sich der Herkunft sicher zu sein, denn er soll Medienberichten zufolge gesagt haben, er würde die Tierskulpturen an China zurückgeben, wenn Tibet befreit würde, der Dalai Lama zurückkommen könnte und China die Menschenrechte respektieren würde.
Der Erlös der Auktion soll der Aids-Stiftung von Bergé zugute kommen. Die Auktion ist die größte Versteigerung, die in den letzten Jahrzehnten in Paris stattgefunden hat.
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