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Museumslandschaft, Kassel
Mit der Kampagne soll für Verständnis geworben werden, wenn wegen der umfassenden Sanierung mal ein Haus geschlossen ist, sagte Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Dienstag in Kassel. Vor allem solle sie aber auch auf die Schätze aufmerksam machen, die in Hessens Norden lägen: «Wir Kasseler bemerken diese Schätze immer erst, wenn wir Besuch haben und Gäste durch unsere Heimat führen.» Die Plakate sollen nur in Nordhessen hängen, eine weitere Kampagne werde aber bundesweit für die Museumslandschaft werben. Für beides seien 150 000 Euro veranschlagt.
Die Plakatserie besteht aus drei Motiven, die für den «Herkules», die Brüder Grimm und die documenta werben. Unter der Kupferfigur, die seit fast 300 Jahren Kasseler Wahrzeichen ist, steht «Mehr als 600 Jahre Kulturgeschichte. Das ist viel. - In 6 Jahren auf den neuesten Stand gebracht. Das ist schnell.» Der Spruch spielt auf die 200 Millionen Euro an, mit der das Land, ergänzt um 20 Millionen von der Stadt, die Museen umbauen will. Auf einem Motiv mit Rotkäppchen steht «Sie lieben Geschichten? Bei uns erleben Sie selbst welche.» Und die documenta wird mit «Sie lieben moderne Kunst? Wir lieben unsere Besucher» beworben.
Begleitet wird die Kampagne mit dem Internetauftritt www.kultur-baut-auf.de. Die Seite informiert detailliert über Umbau, Architekte und Zeitplan für die einzelnen Projekte. Für das Konzept hat eine Kasseler Werbeagentur einen «unteren fünfstelligen Betrag» bekommen, wie die Ministerin sagte. Der Spruch «Kultur baut auf» findet sich auch in einem rotweißen «Vorfahrt beachten»-Schild auf jedem der Plakate.
«Wir haben in Nordhessen Schätze, von denen viele gar nicht wissen, dass es sie gibt», sagte Kühne-Hörmann. Jetzt müsse es um die Vermarktung gehen: «Wir leben in einer Gesellschaft, in der man ohne Werbung nicht mehr bestehen kann. Und wir haben ja etwas vorzuzeigen und machen damit gleichzeitig eine Imagekampagne für Stadt und Land.» Jetzt würden die kulturellen Vorzüge «in einem strahlenden Licht» präsentiert. Kassels Kulturbürgermeister Thomas-Erik Junge (CDU) sagte, die Museen sollten keine Mausoleen sein, in denen Vergangenes andächtig verwahrt werde. «Hier soll auch etwas erlebt werden.» Die Kampagne solle nicht nur für Aufmerksamkeit, sondern auf für Verständnis werben: «Es ist wie im Kaufhaus: Trotz Gerüst und Leiter, der Verkauf geht weiter.»
Stichwort: Die Museumslandschaft Hessen-Kassel Kassel (dpa/lhe) - Die Museumslandschaft Hessen-Kassel sieht sich in einer 600-jährigen Tradition der fürstlichen Sammlungen in Nordhessen. Durch die Sammelleidenschaft der Landgrafen und später der Kurfürsten wurden in Kassel Kunstschätze angesammelt, die international von Bedeutung sind. So ist im Schloss Wilhelmshöhe eine der bedeutendsten Rembrandt-Sammlungen der Welt zu sehen - auch wenn sich wie weltweit bei «originalen» Bildern einige «Rembrandts» als die Arbeit von Schülern herausstellte.
Das frühere kurfürstliche Schloss Wilhelmshöhe, überragt vom kupfernen «Herkules», ist heute der Kern der «mhk». Zu den früheren «Staatlichen Museen Kassel», die seit 2006 «Museumslandschaft Hessen- Kassel» heißen, gehören aber auch das Schloss Wilhelmsthal, die Neue Galerie in Kassel und zwölf weitere Häuser und Parks in der Region. Ein Teil soll als Weltkulturerbe bei der UNESCO angemeldet werden. (Internet: www.museum-kassel.de)
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