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Mittwoch, 25. Februar 2009 um 18:16 Uhr |
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Kulturgüter, Beutekunst
Diese seien aus westlicher Sicht wenig bekannt und häufig vernachlässigt, teilten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) als Initiator der Debatte über Kulturgüter als Kriegsopfer am Mittwoch in der Elbestadt mit. In der russischen Hauptstadt werden internationale Experten über Stand und Perspektiven der Provenienzforschung diskutieren. Gastgeber der Konferenz «Trophäen-Verluste-Äquivalente» ist das Deutsche Historische Institut Moskau (DHI), Partner sind das Russische Institut für Kulturwissenschaften, der Russische Museumsbund und die Eremitage St. Petersburg.
Die SKD wollen mit der Konferenz zu einer «Verwissenschaftlichung» auf dem emotional besetzten Feld des Kunstraubs und der «Beutekunst» beitragen und neue Möglichkeiten einer Fachdiskussion deutscher und russischer Wissenschaftler, Museums- und Archivmitarbeiter eröffnen, so Generaldirektor Martin Roth in der Mitteilung. Sie solle ein Forum zur offenen Diskussion von Forschungsergebnissen und internationalen Wissenschaftsaustausch schaffen. «Die Aufgabe der Ermittlung und Rückgabe von Beutekunst ist eine Aufgabe, die nur gemeinsam zu lösen ist», sagte Staatssekretär Knut Nevermann vom sächsischen Kunstministerium. Dazu sei es wichtig, ein Netzwerk von Partnern und Informationen zu schaffen. «Ein solches gemeinsames Symposium baut dafür eine wirksame Plattform.»
Das DHI hofft, jenseits politisch-juristisch angereicherter Restitutionsdebatten den Dialog deutscher und russischer Kunsthistoriker und Museumsfachleute bei der historischen Spurensuche zu fördern. Die Verlagerung von Kunstwerken im Zweiten Weltkrieg wird seit Jahren international kontrovers diskutiert. Die nach wie vor ungelösten Probleme sind Gegenstand juristischer Debatten und politisch-diplomatischer Bemühungen. Deren Verengung auf Besitzansprüche hat wesentliche Aspekte wie Ansätze zur wissenschaftlichen Betrachtung in den Hintergrund gedrängt.
Wissenschaftler, Museumschefs und Kulturpolitiker sprechen über die Geschichte von Restitutionen, die im Zweiten Weltkrieg verlorenen und geraubten Kulturgüter der heutigen Russischen Föderation sowie über die Rückgabe russischer Kulturgüter nach Kriegsende. Vertreter bekannter russischer Museen wie der Tretjakow-Galerie Moskau oder der Staatlichen Museen Zarskoje Selo berichten über die Erforschung ihrer Kriegsverluste.
(Internet: www.dhi-moskau.de; www.skd-dresden.de)
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