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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Weltrekord für Saint Laurent trotz Finanzkrise und China-Konflikt PDF Drucken E-Mail
Freitag, 27. Februar 2009 um 07:17 Uhr

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Auktionshaus, Christie's, China


Trotz Finanzkrise und Streit mit China um Millionen teure Bronzeskulpturen hat die Kollektion mit mehr als 373,5 Millionen Euro nicht nur den Weltrekord für eine versteigerte Privatsammlung gebrochen, sondern auch den höchsten Umsatz erzielt, den je eine Auktion in Europa erreicht hat. Das Auktionshaus Christie's sprach von einer historischen Versteigerung. «Qualität kennt keine Finanzkrise», sagte Pierre Bergé, der zusammen mit dem Modeschöpfer die 730 Werke umfassende Kollektion in 50 Jahren aufgebaut hat.

«Alle rieten mir wegen der Finanzkrise von dieser Auktion ab», berichtete der Geschäftsmann und Lebensgefährte des im Juni 2008 gestorbenen Yves Saint Laurent nach der dreitägigen Versteigerung im Pariser Grand Palais. Deshalb habe er diese Versteigerung auch ohne jegliche Garantien von Seiten des britischen Auktionshauses akzeptiert, das die Kollektion ursprünglich auf 300 Millionen Euro geschätzt hat.

Auf der einzigartigen Versteigerung, die am Mittwochabend zu Ende ging, jagte ein Rekord den nächsten: Ein Werk von Henri Matisse kam für 35,9 Millionen Euro (einschließlich Aufpreis) unter den Hammer, ein neuer Höchstpreis für ein Werk des französischen Malers. Eine weitere sensationelle Rekordsumme brachte die Holzfigur «Madame L.R» von Constantin Brancusi, die auf maximal 20 Millionen Euro geschätzt wurde und schließlich für mehr als 29,1 Millionen Euro den Besitzer wechselte.

Die Liste der Topwerke ist lang: Laut Christie's gab es in den drei Tagen neue Höchstpreise für Arbeiten von insgesamt 12 Künstlern. Millionensummen brachten auch die beiden chinesischen Tierkopf- Skulpturen aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurden trotz heftiger Proteste von Seiten der chinesischen Regierung, die die Kunstwerke als nationales Kulturgut betrachtet, für insgesamt 28 Millionen Euro (ohne Aufpreis) von einem namentlich nicht genannten Telefonbieter ersteigert.

China hatte bis zuletzt versucht, die Veräußerung der Skulpturen zu verhindern. Doch ein Pariser Gericht hatte die Restitutionsanprüche abgelehnt. Jetzt hat China weitgehende Sanktionen gegen das Auktionshaus Christie's erlassen. Peking will zusätzlich zu den üblichen Zollverfahren besondere Kontrollen «auf allen Ebenen» für die Ein- und Ausfuhr von Kulturgütern durch das Auktionshaus, seine Agenten und Beschäftigen. Die Restitutionsanprüche waren damit begründete worden, dass die beiden Tierköpfe aus Bronze, ein Hase und eine Ratte, vor 150 Jahren aus dem Sommerpalast in Peking von Kolonialtruppen erbeutetet worden seien.

Christie's beruft sich auf die rechtmäßige Herkunft der beiden Skulpturen, deren Wert ursprünglich auf je 9 Millionen Euro geschätzt worden war. In Frankreich vermutet man hinter den Sanktionen Pekings politische Gründe, denn seit den massiven Protesten während des olympischen Fackellaufs durch Paris und der Unterstützung aus Paris für den Dalai Lama ist das Verhältnis zu Frankreich sehr gespannt. Pierre Bergé hatte China die Rückgabe der beiden Skulpturen angeboten unter der Voraussetzung, dass Tibet befreit werde, der Dalai Lama zurückkommen dürfe und China die Menschenrechte respektiere.

«Ich habe bewiesen, dass man auch in Paris Kunst verkaufen kann und nicht nur in London oder New York», erklärte Bergé auf einer Pressekonferenz nach der Jahrhundertversteigerung, zu der Kunstliebhaber aus aller Welt gekommen waren. Laut Christies waren 30 Prozent der Käufer Amerikaner, die restlichen 70 Prozent seien aus Europa gekommen, darunter 12 Prozent aus Frankreich. Mit dem Erlös will Bergé den Nachlass von Yves Saint Laurent verwalten und durch die Stiftung Pierre Bergé und Yves Saint Laurent die Aids-Forschung unterstützen.


China verhängt Sanktionen gegen Auktionshaus Christie's



Peking/Paris (dpa) - Nach der Pariser Versteigerung von zwei chinesischen Bronzefiguren aus der Kunstsammlung von Yves Saint Laurent hat China weitgehende Sanktionen gegen das Auktionshaus Christie's erlassen. Die Versteigerung im Grand Palais ungeachtet der chinesischen Proteste werde «ernste Auswirkungen auf die Entwicklung von Christie's in China haben», teilte die staatliche Verwaltung für das Kulturerbe (SACH) in Peking am Donnerstag mit. Am Vorabend waren die beiden Tierköpfe aus der Sammlung des gestorbenen Modeschöpfers Yves Saint Laurent für jeweils mehr als 14 Millionen Euro an einen unbekannten Käufer versteigert worden. Peking betrachtet die vor 150 Jahren aus dem Sommerpalast in Peking von Kolonialtruppen erbeuteten Kunstwerke als nationales Eigentum.


Die Behörde in Peking ordnete zusätzlich zu den üblichen Zollverfahren besondere Kontrollen «auf allen Ebenen» für die Ein- und Ausfuhr von Kulturgütern durch das Auktionshaus, seine Agenten und Beschäftigen an, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. «In den letzten Jahren hat Christie's mehrfach Kulturgüter verkauft, die aus China geschmuggelt worden sind, und alle betreffenden Gegenstände sind illegal aus dem Land gebracht worden.» Christie's müsse künftig neben Eigentümerurkunden auch Dokumentationen über deren Geschichte sowie Informationen über die Besitzer einreichen.

Scharf verurteilte die Kulturbehörde, dass sich Christie's über den chinesischen Protest hinweggesetzt und die beiden Tierköpfe versteigerte hatte. Das Auktionshaus habe internationale Konventionen und die kulturellen Rechte des chinesischen Volkes verletzt. China werde weiter mit allen Mitteln versuchen, die beiden Bronzefiguren nach China zurückzuholen.

Der Hasen- und Rattenkopf aus dem 18. Jahrhundert waren während des zweiten Opiumkrieges bei der Plünderung des Sommerpalastes 1860 durch französische und britische Truppen erbeutet worden.


Pokale aus Welfenschatz kehren nach Niedersachsen zurück



Hannover (dpa/lni) - Drei prunkvolle Pokale des 17. Jahrhunderts aus dem Welfenschatz kehren nach Niedersachsen zurück. Das Land habe bei der Versteigerung des Nachlasses von Modeschöpfer Yves Saint Laurent die Spitzenstücke der Pokalsammlung aus dem Welfenhaus erworben, teilte das Kulturministerium am Donnerstag in Hannover mit. An der Finanzierung beteiligen sich zahlreiche Stiftungen. Die Meisterwerke norddeutscher Goldschmiedekunst kehren damit nach 300 Jahren ins Residenzschloss Celle zurück, wo sie bis 1705 zum Inventar gehörten. Sie werden zunächst im Residenzmuseum Celle zu sehen sein. Allein die Ersteigerungssumme betrug nach dpa-Informationen insgesamt etwa zwei Millionen Euro.

Bei den vergoldeten Silberpokalen handelt es sich um Huldigungsgeschenken verschiedener regionaler Ämter und Städte an Herzog Georg Wilhelm sowie seinen Vorgänger, den Celler Herzog Christian Ludwig. Der Buckelpokal des Lüneburger Meisters Nicolas Siemens von 1645 zählt mit seiner Höhe von 1,13 Metern zu den weltweit größten und bedeutendsten Goldschmiedearbeiten dieser Art. Zudem wurde ein vierfacher Traubenpokal erworben, den der Meister Christoph Uder im Jahr 1649 schuf und den die Gemeinde Osterode dem Herzog schenkte.

Besonders ausgefallen ist das dritte Stück: Der sogenannte Tischbrunnen des Hamburger Meisters Evert Kettwyck gelangte als Geschenk des Amtes Bodenteich nach Celle. Er verfügt über einen Entleerungsmechanismus zur Erheiterung der Tischgesellschaft: Der Pokalinhalt kann aus den Brüsten von vier Figuren, die die Elemente verkörpern, versprüht werden.

«Mit der Ersteigerung aus dem Yves-Saint-Laurent-Nachlass ist uns ein großer Erfolg gelungen», erklärte Kulturminister Lutz Stratmann (CDU). Die Objekte aus der insgesamt 14-teiligen Pokalsammlung des Welfenhauses gelangten wahrscheinlich im 19. Jahrhundert ins Ausland. Nach ihrer Rückkehr sollen sie von 2012 an zu Teilen im dann neugestalteten Herzog Anton-Ulrich-Museums in Braunschweig ausgestellt werden.



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