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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Experten werfen Deutschland im Beutekunst-Streit Fehler vor PDF Drucken E-Mail
Samstag, 28. Februar 2009 um 10:38 Uhr

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Kunst, Beutekunst


Kunsthistoriker beider Länder warfen der deutschen Politik auf einer Tagung über geraubte Kunst in Moskau vor, bisher zu selten die russischen Verluste zu berücksichtigen. «Wir wissen immer noch wenig über die russischen Kulturverluste», sagte der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Martin Roth, am Freitag zum Auftakt des ersten Treffens dieses Art. Experten gehen davon aus, dass die Deutschen im Krieg massenhaft sowjetische Kulturgüter, darunter das weltberühmte Bernsteinzimmer aus Zarskoje Selo bei St. Petersburg sowie Gemälde, Skulpturen und Bücher, verschleppten oder zerstörten.

Die Kunsthistoriker kritisierten, dass die Debatte um die Rückgabe deutscher Kunst aus Russland und anderen Ex-Sowjetrepubliken bisher einseitig geführt werde. Der stellvertretende russische Kulturminister Andrej Bussygin lobte, dass die Tagung unter dem Titel «Trophäen, Verluste, Äquivalente» erstmals offiziell die russischen Kulturverluste aufgreife. Diese neue Herangehensweise sei nötig für Verhandlungen auf politischer Ebene.

«Zu den Verbrechen, die das nationalsozialistische Regime begangen hat, zählen auch Kunstraub und Kunstzerstörung», sagte der deutsche Botschafter Walter Jürgen Schmid. Er betonte unter Berufung auf das Völkerrecht, dass aus deutscher Sicht Kunstschätze nicht als Entschädigung für Kriegsverluste herhalten dürften, weil sie oft über Jahrhunderte an einen Ort gebunden seien. Deshalb müssten kriegsbedingt verlagerte Kulturgüter dem Eigentümer zurückgegeben werden. Im Widerspruch dazu hatte Russland in den 1990ern ein Beutekunst-Gesetz verabschiedet, mit dem die Verlagerung deutscher Kunstschätze in die Sowjetunion nachträglich legalisiert worden war.

Russische Experten vermuten, dass sich in deutschen Privatsammlungen, aber auch westdeutschen Museen noch viele Kunstschätze aus der Sowjetunion zu Unrecht befinden könnten. SKD-Generaldirektor Roth unterstützte Forderungen nach mehr Herkunftsforschungen in deutschen Sammlungen, um unrechtmäßigen Besitz aufzuklären. Die russischen Interessen müssten sehr ernst genommen werden, sagte Roth.


Bei der bis Samstag dauernden Tagung am Deutschen Historischen Institut in Moskau (DHI) debattieren rund 40 Forscher, unter ihnen auch zahlreiche Vertreter aus Museen in der russischen Provinz. Dabei geht es den Experten beider Länder vor allem auch darum, durch besseren Zugang zu Archiven die Bestandsaufnahme über zerstörte und verschleppte Kunst zu vervollständigen. Von russischer Seite nehmen unter anderem Vertreter des Kulturministeriums, des Instituts für Kulturwissenschaften Moskau, von der Staatlichen Tretjakow-Galerie sowie vom Föderalen Archivdienst an der Tagung teil.

(Internet: www.dhi-moskau.de)


Beutekunst - schon in der Antike beliebt



Hamburg (dpa) - Zwar bedienten sich siegreiche Armeen und Plünderer schon in der Antike an den Kunstschätzen umkämpfter Gebiete. Doch das größte Ausmaß erreichte der Kunstraub in Europa während des Zweiten Weltkrieges. Deutsche und sowjetische Einheiten nahmen hunderttausende Kunstwerke aus den von ihnen besetzten Gebieten mit. Hinzu kamen Millionen von Büchern. Die Zahlen sind ungenau, denn Inventurlisten über das abtransportierte Kulturgut gibt es nicht. Zur Zeit des Kalten Krieges war das Thema tabu. Erst 1990 wurde in den deutsch-russischen Verträgen der Austausch vereinbart.



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