| Linz und Vilnius starten mit Lichtshows und Feuerwerk ins Kulturjahr |
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| Donnerstag, 01. Januar 2009 um 19:24 Uhr | ||
Kultur, Kulturhauptstadt, Linz, Vilnius Auch klirrender Frost konnte die Menschen nicht vom Feiern abhalten: Mehr als 130 000 Menschen kamen in der Silvesternacht allein in Linz zusammen; die Stadt an der Donau wird mit einem anspruchsvollen Programm für ein Jahr zu einem der Kulturzentren Europas. In Vilnius, der Hauptstadt Litauens, das als bisher östlichste Stadt Europas den Ehrentitel «Kulturhauptstadt Europas» tragen darf, waren mehr als 50 000 auf den Beinen, um nach Mitternacht die Show des deutschen «Lichtarchitekten» Gert Hof zu beklatschen.
«Mehr ging nicht», freuten sich die Veranstalter im nur 160 000 Einwohner zählenden Linz. «Unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt», meinte aber auch Vilnius' Pressesprecher Albertas Barauskas nach einer langen Silvesternacht am Neujahrsmorgen. Sowohl Linz als auch Vilnius wollen in den nächsten zwölf Monaten mit 220 beziehungsweise 120 Kulturprojekten die eigene Bevölkerung, aber auch Gäste aus aller Welt erfreuen und auf sich aufmerksam machen. Beide Städte haben jeweils mehr als 50 Millionen Euro für ihren Kulturmarathon ausgegeben, der in den vergangenen Monaten immer wieder durch kleine oder größere Pannen vorübergehend ins Stocken geriet. Ein großer Teil der Mittel wurde in beiden Städten in die Kultur-Infrastruktur investiert. Vilnius, das neben der Kultur ja auch die tausendjährige Geschichte Litauens feiert, plant insgesamt 900 Veranstaltungen. Der Eintritt für Zwei Drittel der Programme ist hier frei. «Wie viel das alles kosten wird, können wir vermutlich erst am Ende sagen», meinte Barauskas am Donnerstag. Ausgelassen begannen die insgesamt dreitägigen Feiern in der Industriestadt Linz, die mit dem Kulturfest gegen den schon von Stefan Zweig geförderten Eindruck ankämpfen will: «Linz reimt sich auf Provinz». Schon am Abend versammelten sich Zehntausende in der barocken Altstadt, um das offizielle Musikprogramm der Stadt zu genießen. Bundespräsident Heinz Fischer eröffnete das Kulturjahr 2009 am Abend im Linzer Brucknerhaus. Schon Stunden vorher hatten Arbeiter damit begonnen, in der Donaulände, einem Park im Stadtzentrum, vier Meter hohe und zwölf Meter lange nummerische Zeitanzeige aus Holz und anderen Materialien unter dem Motto «Die Zeit wird gebaut» zu errichten. So richtig los gingen die dreitägigen Feiern aber kurz vor Mitternacht. Gegen die Kälte hatten die Veranstalter pinkfarbene Handschuhe an die vielen Gäste verteilt. Immer mehr Menschen drängten zur Donaulände, um die extra für die Eröffnung komponierte «Raketensinfonie» zu sehen und zu hören. Geschrieben wurde sie von dem Briten Orlando Gough, der auch die Abschlussfeier für die Kulturhauptstadt 2008, Stavanger in Norwegen, gestaltet hat. Die Komposition für Feuerwerk, Hunderte von Chorsängern und 16 Solostimmen traf dabei ebenso auf große Zustimmung der Zuschauer und - Hörer, wie die Lichtshow, die der deutsche Lichtarchitekt Gert Hof für die Stadt Vilnius inszeniert hatte. Das Lichtspektakel, eine Mischung aus Feuerwerk und Licht- und Lasershow sollte nach dem Willen des Künstlers «ein lebendiges Bild von Vilnius, der Kulturhauptstadt Europas schaffen» Es sei «die größte Veranstaltung ihrer Art in der Geschichte der baltischen Staaten» gewesen. Anders als in Linz hatten die litauischen Organisatoren für die Bevölkerung der 500 000-Einwohner-Stadt kein großes Kulturfest zur Eröffnung geplant. Schon bald nach dem Feuerwerk war das Fest zuende. Für das Kulturprogramm 2009 verfolgen die Organisatoren beider Städte in diesem Jahr ähnliche Konzepte. Beide konzentrieren sich gleichermaßen auf ein farbiges, facettenreiches europäisches Programm überwiegend zeitgenössischer Kunst, Musik und Theater, wobei Linz als «Hauptstadt» der elektronischen und der Videokunst mit dem Bau ihres Ars Electronica Centers einen besonderen Schwerpunkt setzt. Auch Litauen hat im Rahmen des Programms zahlreiche Kulturzentren umgebaut und erweitert, oder sie etwa behindertengerecht gestaltet. Für Vilnius soll das Kulturjahr aber auch noch Anderes bewirken: Die noch immer junge Demokratie will über das Mittel der Kultur die Integration fördern. Seit 1985 erhält jährlich mindestens eine europäische Stadt den Titel Kulturhauptstadt. Unter den bisherigen Trägern waren auch Berlin und Weimar; Österreich kam mit Graz bereits in diesem Jahrtausend auf die umfangreiche Städteliste. 2008 repräsentierten das britische Liverpool und Stavanger in Norwegen die europäische Kultur. Im Jahr 2010 werden Essen für das Ruhrgebiet und Istanbul sowie das ungarische Pecs Kulturhauptstädte Europas. |
























































