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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Phantastischer Realist Arik Brauer wird 80 - Noch viele Pläne PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 04. Januar 2009 um 13:07 Uhr

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Arik, Brauer, Ausstellung, Malerei


Der österreichische Künstler Arik Brauer hat noch viele Pläne. «Ich arbeite absolut viel und mit größter Leidenschaft», betont er im Gespräch mit der Deutschen-Presse-Agentur dpa. Das Interesse an dem jüdischen Maler und Sänger, der als das größte Multitalent unter den Begründern der Wiener Schule des Phantastischen Realismus galt, ist auch nach einem halben Jahrhundert - zumindest im deutschsprachigen Raum - ungebrochen. Brauer, der sich durch seine witzigen, oft skurrilen, viel öfter aber auch zynischen Lieder nicht immer Freunde gemacht hat, ist allerdings überzeugt: «Für mich ist es keine Frage, dass die gegenstandslose Malerei am Ende angekommen ist.»

Auch wenn Brauer zumindest in Österreich durch seine Schallplatten vermutlich bekannter wurde, als durch seine Bilder: Seine Lieder («Sie Ham a Haus baut», «Sein Köpferl im Sand») waren für den ausgebildeten Sänger stets nur ein Nebenprodukt seines künstlerischen Schaffens. «Für mich ist die Malerei ganz eindeutig am wichtigsten. Die Singerei war immer eher eine Nebensache. Ich habe ja schon als Kind mit dem Malen begonnen, wurde von der Umgebung als Wunderkind betrachtet.». Heute singt Brauer, der in Wien und in seinem Haus im israelischen Ein Hod wohnt, nur noch wenig, obwohl seine Stimme trotz seines Alters noch immer fest klingt.

Arik, eigentlich Erich Brauer, wurde 1929 im Wiener Arbeiterbezirk Ottakring als Sohn des jüdischen Schusters Simche Moses geboren. «Es war ein besonders kalter Winter, was mir von vornherein eine gewisse Abhärtung verpasste», schreibt Brauer zu seiner Biografie. Die Eltern förderten die Begabung des Jungen, der in seiner Umgebung als Multitalent und sogar als «Wunderkind» eingeschätzt wird. Arik, der eine jüdische Schule besucht, wird früh zur Kunstakademie zugelassen, die ihm erst in den 80er Jahren eine Professur anbieten wird. Doch die Machtübernahme der Nazis in Österreich unterbricht seine Ausbildung. Während österreichische Bekannte ihn, seine Mutter und seine Schwester im Untergrund verstecken, wird sein Vater von den Nazis ermordet.

Nach dem Krieg setzt Brauer seine Ausbildung fort, unternimmt zahlreiche Radtouren durch Europa, die ihn auch nach Paris, dem Mekka der Malerei, führen. Einige Zeit lebt er in Israel. Zwischendurch verdient der Maler sein Geld mit seinem Gesang und sogar als Tänzer im Wiener Raimund-Theater. Die Musik - zusammen mit seiner israelischen Frau singt er hebräische Lieder - hält ihn während seines Aufenthalts in Paris finanziell über Wasser. Künstlerisch bedeutet der Zeit in der Seine-Metropole, in der er auch seinen Landsmann Hundertwasser trifft, den Durchbruch. «Ich bin», sagt er heute, «als Nobody dorthin gegangen und kam als etablierter Künstler nach Wien zurück».

In der Donaustadt gründet er in der Folge zusammen mit gleichgesinnten Künstlern, darunter Ernst Fuchs, Wolfgang Hutter, Rudolf Hausner, Anton Lehmden und nicht zuletzt natürlich Friedensreich Hundertwasser, die «Wiener Schule des Phantastischen Realismus». Charakteristisch für diese Richtung, die starke Wurzeln im Surrealismus hat, sind fantastische Motive aus der Mythologie oder Traumwelten. «Für mich ist es bedeutend, dass sich besonders im deutschen Sprachraum nach seiner zehnjährigen Kulturpause durch die Hitlerzeit die figurative Malerei wieder durchgesetzt hat», betontBrauer. Seine eigenen Bilder sind von Anfang an figurativ-
erzählerisch, wirken oft besonders verspielt und farbenfroh.

Die Bilder der Phantastischen Realisten, gehen in Ausstellungen rund um die Welt. Doch die Malerei ist Brauer nicht genug. Nach und nach etabliert er sich mit seinen Liedern in der österreichischen Musikszene. Heute wird der politisch engagierte Künstler auch zu den Mitbegründern des sogenannten Austropop gezählt. Doch durch seine bissigen Texte, in denen er sich auch mit dem nachlässigen Umgang Österreichs mit der Nazivergangenheit auseinandersetzt, macht er sich
auch viele Feinde. Er erhält als «Nestbeschmutzer» Drohbriefe.

Heute ist das Verhältnis Brauers zu Österreich entspannter. Hier, sagt er, hat sich «in den vergangenen zwei Jahrzehnten viel getan». Und so ist es für den Juden Arik Brauer auch kein Widerspruch, wenn er Wien «meine Heimat» nennt. «Ich bin zwar von Österreichern verfolgt, aber auch von Österreichern gerettet worden», betont er. «Hier sind meine Wurzeln, ist meine Kultur. Man kann doch seine eigene Kultur nicht einfach wegwerfen.»

Seit Jahren arbeitet der Maler nun auch an lebensgroßen Skulpturen. «Zurzeit bereite ich eine große Ausstellung in Wien vor.» Es werden alles neue Arbeiten sein. Dass ausgerechnet das von der  katholischen Kirche unterhaltene «Wiener Dommuseum» im März diese Ausstellung «Arik Brauer. Zum 80. Geburtstag» plant, erfüllt ihn mit besonderer Genugtuung. Später wird die Ausstellung auch in Dresden zu sehen sein.


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