| Deutsch-dänische Künstler «Surrend» mit Plakaten zur Finanzkrise |
|
|
|
| Samstag, 10. Januar 2009 um 10:42 Uhr | ||
Egesborg, Kassel, Künstler, Surrend«Surrend»-Gründer Jan Egesborg begann am Samstag mit dem Kleben der ersten von hunderten Postern und Bildern, auf denen sich die depressive Figur Moll Morgengrau darüber freut «dass jetzt bald alle so arm sind wie ich». Die Gruppe plakatiert die Poster nur in Kassel und Berlin, in der Bundeshauptstadt sollen sie im März auch ausgestellt werden. «Kassel ist eine interessante Stadt», sagte Egesborg. «Sie ist in der Mitte Deutschlands und sie ist so deutsch und manchmal auch so deprimierend.» «Moll Morgengrau ist ein depressiver Künstler. Er wurde 1960 in Kassel geboren und weil depressive Künstler die besten sind, freut er sich über die Rezession», sagte Egesborg über die erfundene Person. Mit heruntergezogenen Mundwinkeln sagt Morgengrau auf den Plakaten, dass er sich über die Krise freue, weil «es dlich allen genauso mies wie mir geht» oder «sich jetzt auch alle scheiden lassen». «Tatsächlich geht es uns nicht darum, uns über die Krise und die Schicksale lustig zu machen. Wir wollen einfach sagen: Da ist Licht, es wird trotzdem weitergehen und wir haben immerhin Frieden.» In Deutschland hätten die Künstler viele Menschen getroffen, die trotz Krise fröhlich und großzügig seien. «Und genau diese Menschen wollen wir feiern.» «Surrend» besteht aus den Dänen Egesborg und Pia Bertelsen, die in Berlin leben und arbeiten. International bekannt wurde das Paar mit fingierten Anzeigen in der regimetreuen «Teheran Times», in der in einer Lobeshymne auf Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad das Wort «Schwein» versteckt war. In der Tradition des Anti-Nazi-Künstlers John Heartfield klebten sie in den vergangenen Monaten auch Plakate gegen NPD und Linkspartei. Aufsehen erregte auch eine Posterkampagne beim Besuch des damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin in Wien. Nach dem Mord an der Kremlkritikerin Anna Politkowskaja 2006 klebte «Surrend» Poster mit dem Bild des Präsidenten und der Schlagzeile «Erschiesst Putin». Nur wer dichter heranging, sah kleingedruckt als Rest des Satzes: «Journalisten?». (Internet: www.surrend.org) |
























































