| Hanspeter Münch - Seine Farbenkunst entsteht am Boden |
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| Samstag, 17. Januar 2009 um 11:42 Uhr | ||
Münch, Kunst, Bild, FarbeArbeiten, die mich verfolgen, vollende ich erst nach einem langen Zeitraum», sagt Professor Hanspeter Münch. Der 1940 in Potsdam geborene Maler aus Ettlingen (Kreis Karlsruhe) wird «mit solchen Dauerbrennern aber schier verrückt». Deshalb hat er sich angewöhnt, zwei bis drei Bilder gleichzeitig zu malen. «Dadurch wird das Vorstellungs- und Denkvermögen gefördert. Auch die Distanz», sagt Münch, dessen Werke von Experten als «Expeditionen ins Universum des Mysteriums der Farbe» apostrophiert werden. Wer ins Atelier des Künstlers kommt, sucht Staffeleien und Farbpaletten vergeblich. Dafür sieht man Münch kniend oder liegend im Parterre: «Ich male am Boden.» Er fange an vielen Stellen an und achte auf das Hell/Dunkel und das Kalt/Warm der Farbe. «Ich muss dem Bild folgen, dann malt es sich eigentlich von selbst.» Deshalb kommen Münchs Volumenbilder auf den Betrachter zu. «Das Bildobjekt ist der Katalysator zwischen mir und dem Wahrnehmenden - ein wundervoller Kreis erschließt sich», schwärmt Münch über seine Werke, die in vielen Galerien und Museen hängen, aber auch bei Kunstsammlern wie dem Schraubenmilliardär Reinhold Würth. Als Zwölfjähriger war bei ihm der Wunsch entstanden, «nach Identität meines Daseins mit der bildenden Kunst». Nun lebt Münch seit 45 Jahren für und von der Kunst. «Ich habe am Anfang schon 3000 Mark für ein Bild verlangt, weil vor 40 Jahren schon die vollbusige Zigeunerin bei Karstadt 2100 Mark gekostet hat», berichtet der Ettlinger, der in Stuttgart und Hamburg studiert und in London, Florenz und Rom gearbeitet hat. Heute erzielen Galerien mit Münchs Werken bis zu sechsstellige Preise. Münch malt überwiegend großflächig. «Farbe braucht Ausdehnung», sagt der 68-Jährige dazu. Das Format ergebe sich aus minimal notwendiger Expansion der Farbe. Außer der Klarheit übers malerische Problem habe er keine Vorstellung, wenn er anfange. Deshalb entscheidet der Künstler oft auch erst zum Schluss «wo oben und unten ist». Er sei ein «totaler Farbenmensch», bekennt Münch, weshalb ihm Cézanne, aber auch Tizian, am nächsten sind - im Gegensatz zu Picasso, dem Formenmensch. Außerdem ließ sich Münch durch die Musik inspirieren, die «ein Wesen spendendes Element in meinem Leben» sei. Münchs Lieblingsfarben sind Rot und Blau, Schwarz verwendet er nie. «So wie ich malt niemand. Ich habe ein Monopol, weil die meisten figurativ und flächig arbeiten.» Dass gerade die Figuration in der Malerei, die für Münch «formale Hilflosigkeit» zeigen, in jüngster Zeit durch den Kunstmarkt größte Wertschätzung erfährt, lässt den Künstler kalt. «Moden kommen und gehen, werden gewollt, gemacht und vergessen. Die vielen Ismen, denen ich in meinem Leben begegnet bin, sind zumeist ins Dunkel der Geschichte zurückgekehrt.» Der Run auf Museen ist für Münch ein Zeichen «der Sehnsucht der Menschen nach geistiger Erfahrung. Sie suchen das Berührtsein durch große Kunst.» Münch malt durchschnittlich zwölf Bilder pro Jahr und sechs bis acht Stunden am Tag, auch Sonntags, weil er «im Prozess bleiben» möchte; manche haben Titel, manche nicht. «Ich arbeite gerne in Serien, die einen Grundtenor haben.» Seine Werke sind nicht signiert. «Die Signatur hat einen anderen Charakter und ist keine Malerei. Deshalb gehört sie nicht auf die Bildseite», sagt Münch, der seit 1988 auch architekturbezogene Arbeiten wie Wandbilder, Deckenmalerei und Glasfenster in Kirchen und Unternehmen realisiert. (Internet: www.hanspeter-muench-malerei.de) |
























































