| Zum Wischen viel zu schade - Kunst des Servietten-Faltens im Museum |
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| Samstag, 17. Januar 2009 um 11:48 Uhr | ||
Sallas, Kunst, LeinenDie hohe Kunst des Servietten-Faltens demonstriert jetzt eine erstaunliche Museums-Ausstellung. Die schier unglaublichen Kreationen, die meterweise steifes Leinen, viel Fantasie und Fingerfertigkeit erfordern, sind ab Sonntag im Kreismuseum von Dormagen-Zons bei Düsseldorf zu bestaunen. Der Katalane Joan Sallas erforscht seit einem Jahrzehnt in alten Folianten und Dokumenten das «Serviettenbrechen», das um 1500 zuerst in Norditalien belegt ist. Die Kunst, Leinentücher plastisch zu gestalten, erlebte natürlich an den üppigen Barocktafeln ihren absoluten Höhepunkt: Damalige Potentaten ließen ihre Domestiken meterhohe Löwen fälteln, um mit dem leinenen Machtsymbol auch bei Tisch ihren Herrschaftsanspruch zu unterstreichen. Rund 75 historische Beispiele aus mehreren Jahrhunderten zeigt bis 13. April die Schau mit dem Titel «Viel-Falten» von der restaurantgerechten Schöpfung im Vitrinen-Maß bis zur Servietten- Riesenschlange. Das Neun-Meter-Reptil entstand nach einem Vorbild des 17. Jahrhunderts aus 16 Metern Steifleinenem. Serviettenforscher Sallas hat dafür eine Woche lang geduldig gefaltet, beschreibt Museumsleiterin Angelika Riemann. «Und wenn man dabei nur einen Fehler macht, kann man alles wegwerfen», erklärt sie. Der deutliche falsche Knick im Stoff wäre nicht mehr zu verbergen. Geheimnisumwittert ist die in Zons zu sehende «Habsburger Kaiserserviette» als heraldisch anmutende Kreation aus Leinen-Röhren, die fern an Orchideen-Blüten erinnern. Ihr «Bauplan» wird nach Angaben der Museumschefin von zwei verschwiegenen Bediensteten der Wiener Hofburg streng gehütet. Serviettenforscher Sallas korrigiert ganz nebenbei für sein Ausstellungsprojekt auch noch Asiens Kulturgeschichte: Die schönen Origami-Werke, als Papier-Kraniche oder -Sterne scheinbar Inbegriff hoher altjapanischer Ästhetik, haben europäische Wurzeln. Nachdem der geniale Pädagoge und «Vater» aller Kindergärten, Friedrich Fröbel (1782-1852), das Falten und Friemeln als förderlich für Kinder erkannt hatte, brachten seine Anhänger diese Technik nach Japan. Aus Angst vor diplomatischen Turbulenzen erkundigte sich die Zonser Museumschefin beim nächsten japanischen Konsul: «Das stimmt!» (Internet: www.kreismuseumzons.de) |
























































