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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Faszination der Dalí-Werke 20 Jahre nach Tod des Malers ungebrochen PDF Drucken E-Mail
Montag, 19. Januar 2009 um 07:13 Uhr

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Dalí, Künstler, Spanien


Der große Surrealist, so wird berichtet, antwortete mit dem ihm eigenen Hang zur Übertreibung: «Ich werde Ihnen kein Gemälde geben, sondern ein Museum.» Ein gutes Jahrzehnt später wurde im ehemaligen Theater der Stadt im Nordosten Spaniens ein Ausstellungszentrum eröffnet, das heute einen Großteil von Dalís künstlerischem Erbe beherbergt. Dort wurde der Künstler, der am Freitag (23. Januar) vor 20 Jahren starb, inmitten seiner Bilder in einem schlichten Marmorgrab beigesetzt.

Die Faszination, die von den Werken des Malers, Bildhauers, Performance-Künstlers, Poeten und Filmautors ausgeht, ist auch zwei Jahrzehnte nach dem Tod des Exzentrikers ungebrochen. Das Museum mit den überdimensionalen Eiern auf dem Dach wurde zu einer der größten Touristenattraktionen in Spanien und zur Pilgerstätte von Dalí-Anhängern aus aller Welt.

Dort ist in diesen Tagen auch eines der berühmtesten Werke des Künstlers zu sehen, das Gemälde «Die Beständigkeit der Erinnerung», das auch unter dem Titel «Die weichen Uhren» bekannt ist. Das Bild aus dem Jahr 1931 wurde trotz seiner bescheidenen Maße von 27 mal 33 Zentimetern zu einem Aushängeschild des Surrealismus. Es gehört dem New Yorker Kunstmuseum MOMA und wird erstmals in Spanien gezeigt. Dalí berichtete einmal, der Verzehr eines heißen Camembert-Käses habe ihn auf die Idee der zerfließenden Uhren gebracht.

Der Nachwelt blieb Dalí nicht nur wegen seiner ständig wiederkehrenden Motive des Eis und der schmelzenden Uhren, sondern auch wegen seines ausgefallenen Schnurrbarts in Erinnerung. Er wusste nicht nur sein Werk, sondern auch sich selbst zu verkaufen. Über Selbstzweifel schien er erhaben gewesen zu sein. «Ich bin der Surrealismus», behauptete er. Zugleich war Dalí ein begnadeter Provokateur. Im sittenstrengen Spanien führte er eine Blondine nackt an einem Hundehalsband durch ein Dorf. Einem Werk gab er den Titel: «Manchmal spucke ich voller Freude auf das Bild meiner Mutter.»

Einen wesentlichen Anteil am Erfolg Dalís hatte dessen Frau Gala. Die gebürtige Russin war die Muse und Managerin des Künstlers und hielt dessen Spleens in Grenzen. Im Laufe der Zeit wurde die Beziehung der beiden jedoch immer absonderlicher. Gala umgab sich im Schloss Pubol, das der Maler für sie erstanden hatte, im hohen Alter mit jungen Liebhabern. Dalí, der intimen Körperkontakt verabscheute, zog sich in den Fischerort Port Lligat zurück und versammelte einen «Hofstaat» von teils zweifelhaften Gestalten um sich.

«Dalí war ein großer Maler, aber kein Genie», lautet das Fazit, zu dem der Biograf Ian Gibson kam. Nach Ansicht des irischen Historikers hatte der Künstler seine beste Zeit von 1926 bis 1938. Danach habe er sich wiederholt und sei zu einem «besessenen Showman» geworden. Die Ursache des Niedergangs sieht Gibson darin, dass der Künstler seine homosexuellen Neigungen nicht eingestehen wollte. So sei die Kunst zu einer Maske geworden, hinter der Dalí seine Ängste verbergen wollte.

Rätsel gab der Künstler mit seiner politischen Haltung auf. Als junger Mann verkehrte er in linken Kreisen, später äußerte er Bewunderung für Adolf Hitler und arrangierte sich mit dem spanischen Diktator Francisco Franco (1939-1975). Die Historiker gehen überwiegend jedoch nicht davon aus, dass Dalí ein Faschist war. Sie betrachten die Rechtslastigkeit des Künstlers eher als eine Art von
Opportunismus, die es ihm ermöglichte, sich daheim an der Costa Brava ungestört seiner Kunst zu widmen.



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