|
Montag, 19. Januar 2009 um 07:24 Uhr |
Kohlendioxid, Unger Die Experten um Prof. Achim Unger (Berlin) verfolgen dazu zwei Ansätze. Der erfolgversprechendste: Überkritisches, also halb flüssiges, halb gasförmiges Kohlendioxid, dringt unter immensem Druck von bis zu 350 bar tief in die Objekte ein und wäscht die Giftstoffe heraus. «Hier lag die Abreicherungsrate in einigen Fällen bei 97 Prozent», resümiert Unger nach zwei von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Forschungsprojekten. Doch eine derart ausgestattete Pilotanlage konnte bislang nicht finanziert werden. Deshalb verfolgen die Forscher nun die zweite Möglichkeit: Die Behandlung mit flüssigem Kohlendioxid, die allerdings anorganische Verbindungen, also Metalle wie Arsen oder Quecksilber nach dem derzeitigen Forschungsstand nicht beseitigt. «Diese Verfahren gibt es schon zum Reinigen von Kleidungsstücken», sagt Unger. Die bereits von der Industrie entwickelten, besonders stabilen «CO2-Waschmaschinen» müssten für die Zwecke der Museumsleute nur leicht modifiziert werden. Der Nachteil: Bislang können so nur Textilien und Pflanzenfasern, nicht aber Leder behandelt werden. Auch bei Holz ist weitere Forschungsarbeit nötig.
|