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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




artefacti® - Dies ist der Onlineshop des Altenburger Künstlers Michael Külbel. Hier können Sie die abstrakte Kunst des Künstlers direkt erwerben. Jedes Bild ein Unikat. Kein Bild wird mehrfach angefertigt. Der Künstler verfügt über eine aussagekräftige Vita, hatte zahlreiche Ausstellungen und einige Großprojekte. Mehr über den Künstler und seine abstrakte Kunst erfahren Sie auf seiner website www.mk4art.de

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Kunst & Kultur

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Fett und Filze: Block Beuys vor 20 Jahren für Darmstadt gesichert PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 20. Januar 2009 um 06:56 Uhr

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Beuys, Landesmuseum, Werk

Doch das Werk aus Fett und Filz des eigenwilligen Kunstprofessors Joseph Beuys (1921-1986) war schon zu seinen Lebzeiten umstritten, denn der «Schamane vom Niederrhein» hatte sein eigenes Verständnis von Ästhetik. Der weltweit größte Werkkomplex des Aktionskünstlers, Bildhauers, Zeichners und Pädagogen steht seit 1970 im Landesmuseum Darmstadt. Beuys hatte die Werke dort selbst installiert und nach und nach zu einem «Gesamtkunstwerk» ausgebaut.

Seit genau 20 Jahren ist der Verbleib des sogenannten «Block Beuys» in Darmstadt gesichert: Die Hessische Kulturstiftung kaufte den bedeutenden Werkkomplex aus der früheren Sammlung des Darmstädter Fabrikanten und Kunstsammlers Karl Ströher am 25. Januar 1989 für rund acht Millionen Euro.

Derzeit sind die mehr als 250 plastischen Arbeiten, die Filzobjekte, 23 Vitrinen voller Objekte aus Aktionen und zahlreichen Multiples von Joseph Beuys sowie die Zeichnungen und Wasserfarbenblätter sicher verpackt und können nicht besichtigt werden: Das Hessische Landesmuseum wird seit 2007 saniert. Es soll erst 2011 wieder geöffnet werden. In den sieben Räumen des «Block Beuys» müssen Klimatisierung und Beleuchtung erneuert werden.

Der Großteil der Sammlung des Museums lagert momentan in einem Depot. Einige Werkkomplexe wurden für die Zeit der Umbauarbeiten ausgeliehen und befinden sich auf Tournee durch Museen in ganz Europa. Diese Möglichkeiten standen dem hoch sensiblen «Block Beuys» - zu dem zahlreiche für das Kunstverständnis des Künstlers bedeutende Objekte und Installationen wie «Jungfrau» (1961), «Stuhl mit Fett» (1963) oder «FOND II» (1968) zählen - nicht offen: «Alles ist so
arrangiert, wie Beuys es wollte und darf keinen Zentimeter verrückt werden», sagte der Leiter der Abteilung Kunst und Kulturgeschichte des Museums, Theo Jülich, vor Beginn der Arbeiten.

Tatsächlich gilt auch die Präsentation der Arbeiten bei vielen Kunstexperten als unantastbar. Seit das Landesmuseum 2006 Überlegungen anstellte, im Zuge des Umbaus die marode braune Jute- Wandbespannung in den Räumen der Ausstellung zu entfernen und die Wände stattdessen weiß anzustreichen, laufen Beuys-Anhänger Sturm. Bei dem Streit unter Kunstexperten geht es im Kern um die Frage, ob die Bespannung an den Wänden von sechs der sieben Räume des «Block Beuys» Teil des Kunstwerks ist oder nicht.


Die Kunstfreunde befürchten, dass das Werk durch die Eingriffe zerstört werden könnte. «Die vorgefundenen Raumverhältnisse und die installierten plastischen Werke bilden eine Einheit», schrieb etwa Kunsthistoriker Götz Adriani in einem Appell an das Landesmuseum. Die Wände, der Boden und die Decke der Räume könnten von dem künstlerischen Inhalt nicht getrennt werden. Manfred Stumpf, Künstler und Professor an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung,
beschimpfte Museumsleiterin Ina Busch sogar als «putzende Hausfrau». Der Ausspruch erinnert an einen berühmten Vorfall um ein Werk von Beuys: Die sogenannte Fettecke, eine Skulptur aus Butter in der Düsseldorfer Kunstakademie, war einst von einer Reinigungskraft entfernt worden, die das Kunstwerk schlicht für Schmutz hielt.

Busch wirft ihren Kritikern vor, sich nicht umfassend informiert zu haben. Fakt sei, dass die Räume bereits 1968 mit Jute bespannt wurden und Beuys damit leben musste. Er habe dieses Material nicht gewählt, sondern vorgefunden. In den letzten Jahrzehnten habe sich die Farbe der Jute von hellbeige zu dunkelbraun verändert. Daher könne nicht behauptet werden, dass die dunkelbraune Jute für die von Beuys beabsichtigte Wirkung des Kunstwerks wichtig sei: «Die Kraft resultiert allein aus dem Werk von Beuys, aus seiner originären künstlerischen Gestaltungskraft.»

Rückendeckung erhielt Busch vor einem Jahr von der Restaurierungsleiterin im Landesmuseum, Olivia Levental. Nach einer Untersuchung könne der zerschlissene und verfärbte Stoff langfristig nicht gerettet werden, ergab die Analyse. Die Jutebespannung sei in sechs von sieben Räumen der Ausstellung verfärbt, verschmutzt, zerkratzt und teilweise zerrissen: «Auch die vielen Flicken stammen nicht von Beuys, wie es von vielen Besuchern angenommen und deshalb fotografiert wird.»

Lange tat sich das Museum mit der Entscheidung über wohl und wehe der Wandbespannung schwer. Eigentlich hätte eine im April 2008 eigens einberufene Fachveranstaltung mit Kunsthistorikern Klarheit schaffen sollen - stattdessen wurden neue Fragen aufgeworfen, die den
Beschluss um weitere Monate verschob.



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