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Dienstag, 20. Januar 2009 um 06:59 Uhr |
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Kunsthalle, Lauter, Stadt
Aus Sicht der Stadt fehlt der ehemalige Leiter der Mannheimer Kunsthalle, Rolf Lauter, seit Tagen «unentschuldigt» an seinem neuen Arbeitsplatz im Kulturamt. Die Stadt prüft, ob sie ein weiteres Disziplinarverfahren einleitet, sagte ein Sprecher am Montag. Hintergrund sind Medienberichte über eine Reise Lauters nach Chile und seine Teilnahme an einer Ausstellungseröffnung. «Wir prüfen nun, wie sein Aufenthalt dort disziplinarrechtlich zu werten ist», sagte Siegfried Raatz, persönlicher Referent von Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD). Der Kunsthallenchef war nach fünfjähriger Tätigkeit im September 2007 vom Gemeinderat abgesetzt worden.
Seitdem war Lauter krankgeschrieben. Vor einigen Tagen jedoch erhielt die Stadt die Bescheinigung von einem Berliner Amtsarzt, dass er dienstfähig ist. Die Kommune forderte Lauter auf, unverzüglich zum Dienst zu erscheinen - erfolglos. Dieses Verhalten wertet Mannheims Oberbürgermeister als unentschuldigtes Fehlen. Nach Angaben seines Referenten wurden dem früheren Kunsthallenchef darum die – bislang weitergezahlten - Bezüge gestrichen. Nun würden sämtliche rechtlichen Konsequenzen gegen Lauter geprüft, schilderte Raatz.
Die Stadt hatte bereits ein Verfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet und vergangenen September Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft Mannheim prüft Vorgänge, auf die das Rechtsamt vor einem Jahr gestoßen war. Unter Lauters Führung hatte die gemeinnützige Kunsthallen Ausstellungs GmbH im Jahr 2006 deutliche Verluste gemacht. Bei den Ermittlungen wird nun das Defizit vom mehr als 400 000 Euro unter die Lupe genommen. Zudem geht es um luxuriöse Dienstreisen und teure Veranstaltungen.
Unterdessen hat Ulrike Lorenz mit Jahresbeginn die Leitung der Kunsthalle übernommen. Sie hatte zuvor vier Jahre die Ostdeutsche Galerie in Regensburg geleitet.
(Internet: www.kunsthalle-mannheim.de)
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