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Galerist, Galerie, Krise
Zwar rechnen NRW-Galeristen angesichts der aktuellen Lage mit einem schwierigen Jahr 2009. Zugleich aber blicken sie verhalten zuversichtlich in die Zukunft. «Bei wirklicher Qualität bewegt sich der Preis nicht nach unten», sagt etwa Hans Mayer. Topwerke würden im Gegenteil noch teurer, prophezeit der prominente Düsseldorfer Galerist. «Schnäppchenkäufe» wie am Auktionsmarkt, auf dem vermeintlich günstig junge Positionen angeboten werden, funktionierten nie, urteilt Mayer über eine Masche vieler Käufer. Auch in der Krise «muss man immer das Beste kaufen. Dann ist im Endeffekt das Teure billig».
Der Essener Galerist Otmar Neher erwartet zwar ein Jahr «in dem wir uns warm anziehen müssen», sieht sich aber mit seinem Programm aus «gesicherten Positionen» etwa der Klassischen Moderne und der Nachkriegskunst weniger betroffen. Hier sammele ohnehin nur eine solide Käuferschicht. «Wenn man bei der kleinsten Marktschwäche verschwindet, wird es noch schlimmer», urteilt der Düsseldorfer Galerist Alexander Sies. Sies sieht sich gegen die Krise gewappnet weil «seine Künstler» sich gut verkaufen. Deren «Marktbehauptung» sei zudem «durch Museumsausstellungen unterfüttert».
Die Krisenanfälligkeit der Galerien werde «deutlich überschätzt», sagt Thomas Rieger von der Düsseldorfer Galerie Fischer, die auch ihre «zweites Standbein» in Berlin nicht gefährdet sieht: «2009 wird nicht schwieriger als andere Jahre.»
Weniger für die eigene Branche als vielmehr für den Auktionsmarkt erwarten die Kunsthändler drastische Krisen-Folgen. Dort hätten in den vergangenen Jahren «unangemessene Rekordpreise» für die Werke insbesondere junger Künstler zu einem überhitzten Markt geführt. Dass so manches Los derzeit nicht oder nur unter Schätzpreis verkauft werde, sei lediglich ein Zeichen dafür, dass in Krisenzeiten «weniger Gutes schlechter weggehe», heißt es bei der Galerie Fischer.
Die Rekordpreisjagd bei Auktionen habe dazu geführt, dass marktungerechte Preise zur Norm erhoben worden seien, moniert der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Galerien, Klaus Gerrit Friese. Eine Verärgerung, die sein Kollege Karsten Greve teilt: Bei so manchem Bild eines Gegenwartskünstlers, das für einen sechsstelligen Dollarbetrag einen Käufer gefunden hat, sei eine geringere Summe angemessen, meint der Kölner Galerist. Die Krise werde deshalb zu notwendigen Preiskorrekturen führen.
Auch werden Top-Werke für geraume Zeit vom Markt verschwinden, da sie keinen guten Preis mehr versprächen, so Greves Krisenszenario. Hieraus könne sich ein Abwärtssog ergeben: Je mehr qualitative Abwärtsbewegung, desto mehr Preisabstieg. Der Kölner Galerist Daniel Buchholz ist aber sicher: «Gute Kunst ist krisenfest. Ihr Wert als geistiges Kapital bleibt.»
(Internet: www.bvdg.de)
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