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Kunst, Ausstellung, Barron
Die Ausstellung «Art of Two Germanys/Cold War Cultures» im County Museum of Art umfasst mehr als 300 Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Videos und Installationen von 120 Künstlern, darunter Joseph Beuys, Fritz Cremer, Georg Baselitz, Anselm Kiefer und Willi Sitte. Fünf Jahre lang arbeite die kalifornische Kuratorin Stephanie Barron an dem ehrgeizigen Projekt, um erstmals einen umfassenden Rückblick auf die Kunst im geteilten Deutschland von 1945 bis zum Mauerfall zu geben. Sie rechnet mit einem großen Besucherandrang für die Schau, die ab dem 23. Mai in Nürnberg und ab dem 3. Oktober in Berlin gezeigt wird. «Der Kalte Krieg ist ein heißes Thema», erläutert Barron im Interview «Drei Fragen, drei Antworten» der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Glauben Sie, dass Museumsbesucher in den USA großes Interesse an deutscher Kunst während des Kalten Krieges haben?
Barron: «Es ist jetzt ein interessanter Zeitpunkt - weltweit – den Kalten Krieg zu analysieren. Die Menschen haben inzwischen genügend Abstand und können die Zeit neu betrachten. Der Kalte Krieg ist ein heißes Thema für Wissenschaftler und Museen. In Los Angeles haben wir schon früher die Erfahrung gemacht, dass deutsche Kunst viele Besucher anlockte, vor allem qualitativ hochwertige Ausstellungen mit neuen Aspekten. Die Leute hier interessieren sich auch besonders für die Mischung von Kunst und Politik.»
Gibt es erste Reaktionen auf die Ausstellung?
Barron: «Ich habe die ersten Besucher beobachtet. Natürlich gibt es keine riesige Markierung an den Objekten mit dem Hinweis "Ich stamme aus dem Osten, ich aus dem Westen"'. Die Leute schauen sich erst einmal unvoreingenommen das Kunstwerk an, erst danach lesen sie, wo es herkommt. Ich hoffe, dass diese Ausstellung viele Zuschauer überraschen wird und mit Vorurteilen gegenüber Kunst aus dem Osten aufräumt. Besucher verwundert es, dass sie viele der hier gezeigten Künstler nicht kennen, aber recht interessant finden. Sie vertiefen sich sehr in die Materie und erhalten damit Einblick in die Zeitgeschichte.»
In Deutschland wird die Ausstellung unter dem Titel «Kunst und Kalter Krieg - Deutsche Positionen 1945-1989» zu sehen sein. Wird es Änderungen geben?
Barron: «Möglicherweise werden einige Dinge geändert. Allerdings lege ich meinen deutschen Kollegen ans Herz, nicht vorauszusetzen, das dort jeder mit dem Kalten Krieg bestens vertraut ist. Die Bevölkerung hat sich in den letzten 20 Jahren sehr verändert. Viele junge Leute oder Zugezogene, die die Materie nicht kennen, werden sich die Ausstellung anschauen. Dies sollte Anlass für eine frische Sichtweise sein. Es ist der Versuch, alte Inhalte wieder neu zu betrachten. Es beschränkt sich nicht auf die berühmtesten Werke der bekanntesten Künstler. Es soll ein umfassendes Bild der Zeit sein, das nicht dem einfachen Dualismus verfällt, dass im demokratischen Westen experimentell und im kommunistischen Osten unter mehr Zwang gearbeitet wurde.»
Interview: Barbara Munker, dpa
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