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Dienstag, 27. Januar 2009 um 08:01 Uhr |
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Arp, Stiftung, Verein
«Diese Behauptungen entsprechen nicht der Wahrheit», teilte die in Remagen ansässige «Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp e.V.» mit Bezug auf die Aussage des Rechtsanwalts Wolfgang Daube in dem Mainzer Ausschuss mit. Das nach langen Querelen 2007 eröffnete Arp Museum in Remagen zeigt unter anderem Werke des Dadaismus-Mitbegründers Hans (Jean) Arp und seiner ersten Ehefrau Sophie Taeuber-Arp.
Daube hatte am 16. Januar in dem Untersuchungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags als Zeuge gesagt, der Gründer des Arp- Vereins, Johannes Wasmuth, habe Arps Witwe und Erbin «sittenwidrig» zur Überlassung eines Kunstvermögens im Wert von 200 Millionen Mark (108 Millionen Euro) ohne Gegenleistung überredet. Arps zweite Ehefrau, die Witwe Marguerite Arp-Hagenbach, habe 1976 von französischen Behörden einen Steuerbescheid über zehn Millionen Franc bekommen, ohne über diese Summe zu verfügen.
Wasmuth habe ihr aber gesagt, mit der Übertragung in eine deutsche Stiftung - seinen Verein - in Remagen könne sie das Arp-Erbe vor dem Zugriff des französischen Fiskus retten, ergänzte der Rechtsanwalt aus Essen am 16. Januar. Arp-Hagenbach habe nur einen Tag nach einem Blutsturz mit fast völliger Blindheit diesem Vorschlag bei einem Notar zugestimmt. Wasmuth und Arp-Hagenbach leben beide nicht mehr.
Der Arp-Verein widersprach unterdessen Daubes Darstellung: Arps Witwe sei 1977 bei der Übertragung des Kunstvermögens «im Vollbesitz ihrer körperlichen und geistigen Kräfte» gewesen. Die Urkunden zur Gründung der «Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp e.V.» seien bereits Gegenstand mehrerer Gerichtsverfahren gewesen. «Sie sind von den Arp-Schwester-Institutionen in Frankreich und der Schweiz anerkannt.»
Die Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp e.V. verwies zudem darauf, kein Verein von Wasmuth gewesen zu sein. Vielmehr sei sie «gemäß Erklärung von Marguerite Arp-Hagenbach von namhaften Persönlichkeiten gegründet» worden. Allerdings sei auch Wasmuth unter den Gründern gewesen.
Überdies verwies der Verein auf die Präambel seiner Satzung: «Auf Wunsch des Künstlers Jean Arp und seiner Witwe Marguerite Arp, geborene Hagenbach, wird eine Stiftung gegründet, deren Zweck ist, das Werk der Künstler Jean Arp und Sophie Taeuber-Arp zu sammeln, zu mehren, zu pflegen und der Öffentlichkeit weltweit zugänglich zu machen.» Außerdem sollten Künstler in aller Welt gefördert werden und der Verein gemeinnützig sein.
Der auf Initiative der oppositionellen CDU-Landtagsfraktion eingesetzte Untersuchungsausschuss soll klären, ob es bei Planung und Bau des Arp Museums zu Fehlern der Landesregierung und Verschwendung von Steuergeld gekommen ist. Der Arp Verein hatte dem Land einst eine Sammlung mit 404 Arp-Werken für 20 Millionen Mark (10,8 Millionen Euro) verkauft. 2007 beendeten Land und Verein nach langem Streit ihre Zusammenarbeit.
(Internet: www.stiftung-arp-ev.de; www.landtag.rlp.de; www.arpmuseum.org)
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