| Hundert Jahre Kunst - Kultur und Kultiges |
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| Donnerstag, 02. Juli 2009 um 15:52 Uhr | ||
Von Karin Güthlein, dpa
Oldenburg (dpa) - Der Schmuddelparka von «Tatort»-Kommissar Schimanski alias Götz George erinnert an die Empörung über den ersten dutzendfachen Gebrauch des Worts «Scheiße» im deutschen Fernsehen. Das war im Jahr 1981. Die Jacke und 99 weitere Original-Objekte laden im Oldenburger Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte zu einer Zeitreise durch das 20. Jahrhundert ein. «100 Jahre: 100 Bilder und 100 Objekte» heißt eine Doppelausstellung, die sich in der niedersächsischen Stadt vom 5. Juli bis 4. Oktober mit dem kollektiven Gedächtnis beschäftigt.
«Das ist ein bunter, vielleicht mitunter auch beliebiger Blumenstrauß», sagt der Historiker und Ausstellungsmacher Siegfried Müller, der mit seinem Kollegen Michael Reinbold die Qual der Auswahl hatte. «Aber 80 Prozent unserer Besucher aus allen Generationen können mit jedem Exponat etwas anfangen», sagt Müller.
Der WM-Ball von 1954 und das «Wunder von Bern» zum Beispiel stehen als Meilenstein für das wieder erwachende Selbstbewusstsein der Deutschen nach 1945, dessen Symbol das Kleid einer Trümmerfrau ist. Leihgeber aus Museen und Sammlungen in ganz Deutschland haben die Exponate aus Sport, Wissenschaft, Film und Literatur beigesteuert, um positive und negative Höhepunkte zu markieren.
Kultstatus haben zwei der wenigen Erinnerungen an die DDR: Sigmund Jähns Kosmonauten-Anzug würdigt den ersten Deutschen im All (1978), ein Trabi das Auto des Jahres 1989 und den Mauerfall. Für das Wiedervereinigungsjahr 1990 steht ein T-Shirt mit aufgedruckter Deutschlandkarte. Die Grenze zwischen beiden deutschen Staaten ist ein nur halb zugezogener Reißverschluss. Dazu passt Willy Brandts Satz, dass zusammenwächst, was zusammengehört.
In den engen Räumen des Oldenburger Schlosses war für die Geschichte der Malerei kein Platz. Sie wird in der Dependance Augusteum dokumentiert. Ein Gemälde pro Jahr lautet das Konzept des Museumsdirektors Bernd Küster für die schnelllebigen Stilwechsel des 20. Jahrhunderts. Da jeder Maler nur einmal vertreten ist, werden neben den Großen, darunter Max Liebermann, Ernst Ludwig Kirchner, Gerhard Richter und Jörg Immendorff, auch weniger bekannte Künstler in den Blickpunkt gerückt. Tags: f
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