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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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15 Jahre «Rohkunstbau»: Mythos und Realität PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 02. Juli 2009 um 15:56 Uhr

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Von Leticia Witte, dpa

 

Potsdam (dpa) - Hier begegnen sich Mythos und Realität: Beim diesjährigen Festival «Rohkunstbau» in Potsdam widmen sich zehn Künstler aus Deutschland und Osteuropa dem sagenhaften Atlantis. Und gleichzeitig schlägt die Ausstellung den Bogen zum Europa im Jahr 20 nach dem Mauerfall, wie der künstlerische Leiter, Arvid Boellert, am Donnerstag sagte. «Wie können Gesellschaftsmodelle aussehen?» Diesen und anderen Fragen gehen die Künstler vom 11. Juli bis 13. September unter dem Titel «Atlantis I. Hidden Histories - New Identities» im Schloss Marquardt nach.   

 

Dabei ist dieses am Rande von Potsdam gelegene Schloss ebenso «verwunschen und untergegangen» wie die vom griechischen Philosophen Platon beschriebene Insel Atlantis, wie Boellert betonte. Das Konzept von «Rohkunstbau» ist, zeitgenössische Kunst in dem Kontext des Ausstellungsortes zu zeigen. Und so befinden sich in der Umgebung von Stofftapeten, abblätternder Farbe, dunkler Holzvertäfelung und ausgetretenem Parkett moderne Skulpturen, Film, Malerei, Fotografie und Installationen.   

 

In den Werken geht es Boellert zufolge um das Wechselspiel von Alt und Neu sowie die Gesellschaftsmodelle von Platon und Aristoteles, die auch im nächsten «Rohkunstbau»-Jahr in «Atlantis II» Thema sein werden. So zeigt der in Berlin lebende Künstler Gregor Hildebrandt einen gehäkelten Bodenteppich aus schwarzen Tonbändern sowie eine meterlange Säule aus Schallplatten. Sie sollen von einer in der Erinnerung idealisierten, untergegangenen Ära erzählen. In Deimantas Narkevicius' Hommage an den Science-Fiction Roman «Solaris» begegne der Zuschauer dem «Atlantis der Zukunft», sagte Boellert.   

 

Die aus Polen stammende Künstlerin Katarzyna Kozyra beschäftigt sich in ihrem Film mit dem Fremden und dem Zusammentreffen zweier Welten, das in diesem Fall in einem Blutbad endet - begangen von weiblichen Zwergen an einem Transvestiten und seinen Begleitern. Auf der Suche ist eine Frau, die in einem Filmbeitrag von Lisa Junghanß im Schloss Marquardt umherirrt. Sejla Kameric widmet sich auf Fotos den «poetischen Visionen einer utopischen, friedvollen Welt».   

 

In diesem Jahr feiert «Rohkunstbau» sein 15-jähriges Bestehen. Von 1994 bis 2006 war Groß Leuthen (Dahme-Spreewald) Gastgeber der Schau, danach war sie an wechselnden Orten in Potsdam zu sehen. Die Macher hatten wegen zwischenzeitlicher Querelen um Räumlichkeiten der Schau das baldige Ende prophezeit. Der künstlerische Leiter sagte, zum Jubiläum wünsche er sich eine gesicherte Finanzierung und einen Ort, an dem das renommierte Festival dauerhaft bleiben könne.

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