| Anselm Kiefer als Bühnenbildner und Regisseur |
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| Sonntag, 05. Juli 2009 um 16:42 Uhr | ||
Paris (dpa) - Der deutsche Maler und Bildhauer Anselm Kiefer feiert in Paris seine Premiere als Regisseur, Bühnenbildner und Texter. «Au commencement» (Am Anfang) heißt das etwa einstündige Musikprojekt, das an diesem Dienstag (7. Juli) in der Pariser Bastille Oper uraufgeführt wird. Bei dem Werk handelt sich nicht um eine Oper im klassischen Sinn, sondern um eine Installation mit Musik, die von dem Münchner Komponisten und Klarinettisten Jörg Widmann stammt. Das Werk, das bis zum 14. Juli insgesamt sieben Mal gezeigt wird, soll ein Mahnmal gegen Barbarei und Gewalt sein. Mit der Uraufführung feiert die Oper ihr 20-jähriges Bestehen.
Das Bühnenbild spiegelt die wiederkehrende Thematik des deutschen Künstlers wider: Die Auseinandersetzung mit Geschichte, Krieg und Zerstörung. Auf 4 000 Quadratmetern präsentiert Kiefer ein Trümmerfeld, aus dem Türme herausragen, Beton- und Wellblechbauten, die Kiefer vor zwei Jahren im Pariser Grand Palais gezeigt hat. Als Textgrundlage hat der aus Donaueschingen stammende Kiefer apokalyptische Auszüge aus dem Alten Testament gewählt, die von der Schauspielerin Geneviève Boivin vorgetragen werden. Die musikalische Leitung des Orchesters der Opéra National de Paris hat der 1973 in München geborene Widmann, der sich bei seiner Komposition stark an sein 2007 in Salzburg uraufgeführtes Werk «Armonica» anlehnt.
«Das typische Opernpublikum wird bei den Aufführungen wohl fern bleiben. Dafür kommen Museumsdirektoren aus aller Welt», sagte der Pariser Opern-Intendant Gérard Mortier, der mit diesem Projekt seine Amtszeit in Paris beendet und an die Oper Madrid wechselt. «Am Anfang» verspricht ein sehr ruhiges und meditatives Werk zu sein: Auf der Bühne werden nur wenige Frauen stehen: die Schauspielerin Boivin sowie einige Frauen, die in staubigen und grauen Gewänder langsam wieder die zerstörte Welt aufbauen.
Mit dem Werk betrat Kiefer, der 2008 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt, Neuland: «Natürlich hatte ich Angst. Doch man muss auch das tun, was man nicht kann und Hindernisse überwinden», sagte der 64-Jährige. |
























































