| Verschollenes Feininger-Werk wieder in Halle |
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| Mittwoch, 08. Juli 2009 um 05:07 Uhr | ||
Halle (dpa/sa) - Ein jahrzehntelang verschollenes Gemälde des Bauhaus-Meisters Lyonel Feininger (1871-1956) ist am Dienstag erstmals wieder in Halle gezeigt worden. Das Werk «Roter Turm I» ist im Kunstmuseum Moritzburg auf der Feininger-Empore ausgestellt. Feininger hatte das Motiv vorher fotografiert und als krystallinen Durchblick gemalt, der an die Form der Fenster der Burgruine erinnert. Er habe die Farbstimmung von Halle stimulierend gefunden, sagte Museumsdirektorin Katja Schneider.
Das expressionistische Bild des jüdischen Malers galt seit 1937 als vermisst und tauchte im Juni 2006 wieder überraschend auf, als es das Hamburger Auktionshaus Hauswedell & Nolte versteigern wollte. Es befand sich zuvor in den Händen eines deutschen Sammlers. Der Schätzpreis lag bei der Auktion bei einer Million Euro. Über den Kaufpreis vereinbarten Museum, Kulturstiftung der Länder und Ostdeutsche Sparkassenstiftung Stillschweigen. Er sei fair gewesen. Der Rückerwerb ist nach Angaben der Stiftungsgeneralsekretärin Isabel Pfeiffer-Poensgen ein Krimi gewesen, da mehrere Besitzansprüche angemeldet wurden. Schneider wünscht sich nun noch ein Spätwerk für die Sammlung.
Das bei Erwerb verdunkelte und verrauchte Bild wurde in den vergangenen Monaten gereinigt und gerahmt. Es kann am Freitag bei freiem Eintritt bis 22.00 Uhr besichtigt werden.
In der Burganlage hatte der Deutsch-Amerikaner Feininger von 1929 bis 1931 eine elfteilige Serie expressionistischer Stadtansichten von Halle gezeichnet. Der Oberbürgermeister der Stadt beauftragte ihn für eine Werbekampagne, die Nazis degradierten seine Werke später als «entartete Kunst». Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten zunächst zwei Gemälde wieder zurück in die Sammlung - «Dom von Halle» und «Marktkirche mit dem Pfeil». Das Bild «Bölbergasse» verbrannte im Krieg. Das Museum plant eine Schau mit den zehn noch existierenden Werken in einer mit Stadtlandschaften.
Kurzbiografie Lyonel Feininger
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