| Vor 175 Jahren kam der Maler Edgar Degas zur Welt |
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| Montag, 13. Juli 2009 um 04:21 Uhr | ||
Von Sabine Glaubitz, dpa
Paris (dpa) - Über das Privatleben von Edgar Degas (1834-1917) ist im Vergleich zu anderen bedeutenden französischen Künstler relativ wenig bekannt. Der Maler, Bildhauer und Grafiker, der eigentlich Hilaire Germain Edgar de Gas hieß, hat nie nach öffentlicher Anerkennung gestrebt. Er war zurückhaltend, was die Phantasie mancher Kunsthistoriker umso mehr beflügelte. Denn Degas hat zwar mit Vorliebe Tänzerinnen sowie Café- und Theaterszenen gemalt, doch wurde sein Name nie mit Liebschaften und Affären in Verbindung gebracht. Vor 175 Jahren, am 19. Juli 1834, wurde Degas geboren. Seine große Wertschätzung spiegelt der Kunstmarkt. In diesem Jahr wurde die Skulptur «La petite danseuse de quatorze ans» (Die kleine 14-jährige Tänzerin) in London für 14,4 Millionen Euro versteigert - der bislang höchste Preis für eine Skulptur des französischen Impressionismus.
Der älteste Sohn eines Pariser Bankiers und dessen kreolischer Frau änderte den Adelsnamen de Gas zu Degas. Der Künstler war ein eingefleischter Junggeselle. Eine der wenigen Frauen, mit der ihn eine enge Freundschaft verband, war Alice d'Anethan, die Schwester des belgischen Gesandten in Paris, die selber Malerin war. Ob Degas je in eine der von ihm gemalten Tänzerinnen verliebt war, wird wohl auf ewig sein Geheimnis bleiben. Sicher ist: Sie haben ihn zu wundervollen und einfühlsamen Gemälden, Pastellen und Skulpturen inspiriert.
Für den Maler war nicht die Pose wichtig. Ihm kam es auf die Körperhaltung an. Er wollte Frauen verewigen, die sich beim Proben unbeachtet fühlen, sich kämmen oder ihre Schuhe schnüren. Sie mussten auch keine schönen Körper haben, was damals viele Kritiker schockierte. Das Ergebnis seiner Malerei: Intime Darstellungen von Frauen in ungewöhnlich kühnen Bildausschnitten, Gemälde, die fotografischen Momentaufnahmen gleichen.
«Bislang ist der Akt immer in Posen dargestellt worden, die ein Publikum voraussetzen, aber diese Frauen sind ehrbare, einfache Menschen, die sich allein für ihren körperlichen Zustand interessieren. Es ist, als ob man durch ein Schlüsselloch schaut», sagte Degas, der Jura studierte, bevor er sich der Malerei zuwandte.
Degas Ausbildung stand zunächst im Zeichen des Klassizismus. Er malte Porträts und Historienbilder, wandte sich jedoch unter dem Einfluss seines Freundes Edouard Manet der Darstellung des Großstadtmilieus und seiner Tänzerinnen zu, moderne Sujets, die letztendlich auch seinen Ruhm begründeten. So nannte er sich denn selbst «den klassischen Maler des modernen Lebens».
Zwar beteiligte er sich an den Ausstellungen der Impressionisten, doch weigerte er sich, so wie sie in der freien Natur zu arbeiten. Außerdem war für ihn die Zeichnung wichtig, während die Impressionisten Farbtöne und Schattierungen bevorzugten. Für Degas war das Gemälde an erster Stelle ein Produkt der künstlerischen Phantasie. «Es ist ratsamer, nach dem Gedächtnis zu zeichnen, wenn man das Sujet nicht mehr vor Augen hat. Dann nämlich kommt die Einbildungskraft dem Gedächtnis zu Hilfe, man bringt nur das auf die Leinwand, was beeindruckt, das heißt, das Notwendige», lautete das künstlerische Credo Degas'.
Als der Maler 1889 erblindete, widmete er sich mit derselben Intensität und Formensensibilität der Plastik. Er schuf 73 Wachsfiguren, die erst nach seinem Tod in Bronze gegossen wurden, darunter auch jetzt für Millionen versteigerte «kleine 14 Jahre alte Tänzerin». Am 27. September 1917 starb Degas - einsam und verarmt. |
























































