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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Hermann Obrist: Jugendstil in der Pinakothek der Moderne PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 16. Juli 2009 um 05:47 Uhr

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München (dpa/lby) - Die Münchner Pinakothek der Moderne widmet von diesem Donnerstag an dem Künstler Hermann Obrist eine Ausstellung. Obrist sei zu Unrecht weitgehend unbekannt: Er habe insbesondere in München den deutschen Jugendstil initiiert, beschrieb Kurator Andreas Strobl am Mittwoch die Bedeutung des Künstlers, der 1862 in der Schweiz geboren wurde und 1926 in München starb. Die Schau bildet das vielseitige Schaffen Obrists ab und zeigt neben bildhauerischen Werken zahlreiche Zeichnungen und die fotografische Dokumentation seines Werkes.   

 

Der Fokus liegt auf dem bildhauerischen Werk Obrists, das etwa Skulpturen, Brunnen und Grabmäler umfasst. In letzteren habe Obrist laut Strobl eine Nische angewandter Kunst gefunden. Noch heute sind auf dem Nord- und Ostfriedhof Münchens zwei Exemplare zu besichtigen. Besonders an einigen bildhauerischen Darstellungen von Gesichtern zeige sich, dass Obrist ein «die Oberflächen besonders herausarbeitender Bildhauer war».   

 

In Obrists Zeichenstudien zeigt sich sein Interesse an der Natur. In einem selbst verfassten Schriftstück beschreibt er, wie der Vater ihn und seinen Bruder für die «Wunder der Pflanzenwelt, der Insektenwelt und der Gebirgswelt» begeisterte. So muten Obrists Zeichnungen vielfach wie Symbiosen von Pflanzen, Naturphänomenen wie Wasserstrudeln und architektonischen Elementen an.   

 

Dass von Obrists Werk, trotz seiner Bedeutung zu Beginn der Moderne, heute nur wenige Arbeiten bekannt seien, begründet Strobl damit, dass Obrist in der Münchner Kunstszene nicht sonderlich aktiv war. «Er ist wohl ein arger Eigenbrötler gewesen». Zu Lebzeiten erlangte er im Raum München mit seinen Stickereien Bekanntheit. In der Ausstellung werden Kissen, Wandteppiche und Tischdecken gezeigt, die mit filigrane Darstellungen von Blumen und anderen Pflanzen verziert sind.   

 

«Es ist tatsächlich ein Krimi gewesen», sagt Strobl und meint die Rettung von Obrists Arbeit. Seine Frau und die beiden Töchter befanden 1943, dass seine Arbeiten im Haus in München nicht mehr sicher seien und schafften sie in die Schweiz. Nur wenige Wochen später habe eine Bombe das Haus zerstört. Beim Versuch, zurückgebliebene Stücke des Vaters aus dem Haus zu schaffen, zog sich seine Tochter Amaranth eine Rauchvergiftung zu, an der sie Tage später verstarb.



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