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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Knallbuntes Lebenswerk von Otmar Alt in Mainz PDF Drucken E-Mail
Samstag, 18. Juli 2009 um 07:29 Uhr

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Von Anja Hübner

 

Mainz (dpa) - Im Foyer der Mainzer Rheingoldhalle steht eine knallbunte Säule, sechs Meter hoch ragt sie zur Decke. Das Kunstwerk besteht aus dicken, farbigen Ringen, die sich übereinander türmen: rot, blau, gelb, lila. Keine Farbe scheint zu fehlen. Oben auf der Säule sitzen zwei gelbe Brüste mit einer lilafarbenen und einer blau- weißen Brustwarze. Die Skulptur gehört zu den rund 1000 Werken des Gegenwartskünstlers Otmar Alt, die von diesem Sonntag (19. Juli) an bis 25. August in Mainz zu sehen sein werden. Die Schau «Otmar Alt - Das Gesamtwerk» präsentiert das knallbunte Lebenswerk des 69- Jährigen.   

 

Alt beweist nicht nur bei den Farben Vielfalt und Fantasie - auch seine Formen sind oft außergewöhnliche Hingucker. So recken sich aus den gelben Brüsten zwei Arme empor, die zwei Kugeln halten. Die eine ist grün mit einem lachenden Mund und Augen, aus der anderen Kugel ragen rote Haare. Zwei Tage vor der offiziellen Eröffnung herrscht in der Halle noch reges Treiben, zwischen den Skulpturen kurvt ein roter Kran umher. Ein Mann bereitet in luftiger Höhe mit letzten Handgriffen die Kunstgegenstände für die Ausstellung vor und rückt sie ins rechte Licht. Andere Mitarbeiter hängen noch Bildern auf, es wird geschraubt und gesägt.   

 

Die Schau wurde vom Freund des Künstlers, dem Kurator Klaus Lewerentz, zusammengestellt. Darunter viele Malereien und Grafiken, aber auch Skulpturen und Alltagsgegenstände wie Sessel und Teppiche. «Ich habe versucht, Alts endloses Werk zu gliedern», sagt Lewerentz. Fast 50 Jahre seines Schaffens habe er zusammengetragen und in Zehn- Jahres-Blöcken angeordnet. Ausgestellt sind Werke von 1960 bis heute.   

 

Otmar Alt, der am Freitag seinen 69. Geburtstag feierte, ist Bildhauer, Maler, Grafiker und Designer. Geboren in Wernigerode in Sachsen-Anhalt wuchs er in West-Berlin auf und studierte Kunst an der Berliner Hochschule für Bildende Künste. Bekannt wurde er in den 1960er Jahren mit seinen grellen und bunten Bildern. Deren Farbfelder sind mit starken Umrisslinien voneinander getrennt und erinnern fast an Drucke oder Pop Art. Diese Werke werden auch «Puzzlebilder» genannt, da Alt die Farbfelder wie ein Puzzle zusammengesetzt hat.   

 

Später schuf Alt auch Skulpturen und Grafiken - und verweigerte sich im Gegensatz zu manch anderem Künstler nicht der Popularisierung von Kunst. So gestaltete er Telefonkarten, Porzellan, Regenschirme und Kinderspielzeug. Aus banalen Gebrauchsgegenständen will Alt kleine Kunstwerke schaffen.   

 

Kurator Lewerentz läuft durch die weißen Räume, an deren Wänden unzählige Bilder geometrische Formen zeigen. «In den 70er Jahren kippte Alts Kunst», sagt er. Die Bilder seien nun eher unruhig, die Farbfelder nicht mehr uni und klar voneinander getrennt. «Alt ist schier explodiert in seiner Arbeitswut», erklärt Lewerentz. In den 80er Jahren folgte wieder ein «völliger Bruch» hin zur Malerei mit dicken Pinselstrichen. Schließlich widmete sich Alt auch dem Malen von Gesichtern und Tieren, die schemenhaft erkennbar sind. «Für Alt ist das schon sehr realistisch», sagt Lewerentz. Sein Freund wolle vor allem eine «positive Wirkung» auf den Betrachter seiner Kunst schaffen. «Alts Werke sind aber nichts fürs Kinderzimmer», meint er. Das sei zwar immer in sie «reininterpretiert» worden. «Aber das ist völliger Quatsch.»



Tags: alt  
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