| Spiegel: Bizarrer Streit um Kunstgüter |
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| Sonntag, 19. Juli 2009 um 06:42 Uhr | ||
Hamburg/Dresden (dpa) - Sächsische Museen leisten sich nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» seit Jahren einen bizarren Streit mit den Nachfahren eines der Verschwörer vom 20. Juli 1944. Die Familie von Lehndorff, deren Vermögen nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom NS-Regime eingezogen wurde, erhebe Ansprüche auf Kunstgüter in vier sächsischen Museen, schreibt das Magazin in seiner jüngsten Ausgabe. Der Anwalt der Familie, der Berliner Restitutionsexperte Gerhard Brand, beklage eine «Strategie des Mauerns und des Aussitzens». Er sehe seine Mandantschaft einer «stillen Blockade» von öffentlichen Stellen ausgesetzt.
Trotz zahlreicher Hinweise auf die Kunstgüter haben die von Lehndorffs seit 1992 keinerlei Gegenstände zurückbekommen. Betroffen sind die Kunstsammlungen Chemnitz und das nahe Museum Burg Kriebstein, die Kunstsammlungen Dresden und die Grassi Museen in Leipzig. In Chemnitz prüft Anwalt Brand laut «Spiegel» inzwischen, ob ein Betrugsversuch durch die Sammlungen vorliegt. Die betroffenen Häuser geben juristische Schwierigkeiten als Grund für die lange Dauer des Verfahrens an.
Die Dresdner Kunstsammlungen bestätigten am Samstag, dass es zu diesem Sachverhalt beim Bundesamt für Zentrale Dienste und offene Vermögensfragen ein anhängiges Verfahren gibt. «Wir wollen die Äußerungen zunächst mit unseren Juristen prüfen und nicht vor Montag dazu Stellung nehmen», sagte Sprecher Stephan Adam. Weitere betroffene Museen waren am Samstag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Heinrich Graf von Lehndorff stammte aus Steinort in Ostpreußen und war von den Verschwörern des 20. Juli als Verbindungsoffizier eingesetzt worden. Er wurde nach dem gescheiterten Attentat vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 4. September 1944 in Berlin hingerichtet. |
























































