| Arp-Publikation «Posthume Güsse» vorgestellt |
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| Freitag, 24. Juli 2009 um 05:19 Uhr | ||
Von Marcus Bölz, dpa
Remagen (dpa/lrs) - Im Dauerstreit um die Wertigkeit von Skulpturen, die erst nach dem Tod des Künstlers Hans Arp gegossen wurden, hat das Arp Museum ein neues Buch vorgestellt. Die Kunsteinrichtung präsentierte am Donnerstag zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Bildhauermuseen und dem Verein Skulpturensammlungen den Sammelband «Posthume Güsse - Bilanz und Perspektiven». «Natürlich haben die Diskussionen um die posthumen Arp-Güsse uns hier viele Nerven gekostet», erklärte Klaus Gallwitz, der ehemalige Direktor des Arp Museums in Remagen. «Aber dieser auch politischen Auseinandersetzung wollten wir uns stellen.»
Im Zusammenhang mit der Eröffnung des Arp Museums im September 2007 hatte es wiederholt Diskussionen darüber gegeben, ob posthume Güsse ausstellungswürdig sind. So existieren auch Arp-Werke, die erst nach dem Tod des Bildhauers und Dadaismus-Mitbegründers Arp (1886-1966) gegossen wurden. Die Vorwürfe richteten sich dabei vor allem gegen den privaten Arp-Verein, der zunächst noch an dem Arp Museum beteiligt war. Im Herbst 2007 trennte sich das Land von dem Verein, im Sommer 2008 wurde ein damit zusammenhängender juristischer Streit beigelegt. Das Land betreibt das Museum nun allein. Auch ein Untersuchungsausschuss des Landtags in Mainz beschäftigte sich mit diesen Streitfragen.
«Wir sahen aufgrund der Auseinandersetzungen um unser Museum den kulturhistorischen Auftrag, dieses Thema hier zu verhandeln», sagte die Kuratorin Astrid von Asten. «Man kann das Buch als eine Annäherung oder Handreichung zu diesem komplexen und in vielen Teilen auch widersprüchlichen Phänomen der posthumen Güsse von Künstlern sehen und damit als einen fälligen Beitrag der Wissenschaft zur Objektivierung der Diskussion.» Aus Sicht von Gallwitz und dem rheinland-pfälzischen Kulturstaatssekretär Joachim Hofmann-Götting (SPD) ist es eine gängige und im Rahmen des Urheberrechts zulässige Praxis, Güsse nach Originalmodellen herstellen zu lassen.
Aus der Sicht Hofmann-Göttings wird in dem vorliegenden Buch zum ersten Mal versucht, das Problem differenziert zu diskutieren. «Es geht um die Regelung urheberrechtlicher Verwertung, das Folgerecht und Steuerfragen, Gussauflagen sowie die Ausführung und Kennzeichnung von Güssen, um Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte, die Bestimmung festgelegter Materialien und Abmessungen, den Umgang mit existierenden Bronzegüssen, entstanden zu Lebzeiten oder posthum», zählte er auf. Also um genau die Probleme des Streits, die das Museum in den vergangenen Jahren beschäftigten. Für den Staatssekretär war klar: Das Arp Museum habe keine Sonderrolle. Das Problem betreffe auch andere Museen weltweit. «Ich hoffe, wir können mit dieser Publikation mehr Transparenz in die Debatte um posthume Güsse bringen. Für mich nimmt die Diskussion damit ihren formalen Abschluss.»
Nicht jedoch für die CDU-Opposition im Landtag. Sie monierte, die SPD-Landesregierung habe nach wie vor nicht die Frage beantwortet, wie es mit den Arp-Plastiken in Landesbesitz weitergehe. «Im Arp- Untersuchungsausschuss ist klar geworden, dass es sich bei den darunter befindlichen posthumen Güssen eben nicht um Originale handelt», betonte die CDU. «Es wurden also auf Staatskosten vermeintliche Originale erworben, die keine sind.» Die Landesregierung müsse endlich klären, «ob sie Minderungsansprüche gegenüber dem Arp-Verein geltend machen oder diese Güsse gar gegen Kostenerstattung zurückgeben wird».
Der aktuelle Direktor des Museums am Rhein, Oliver Kornhoff, sagte zur Publikation, damit sei eine neue Diskussionsgrundlage geschaffen. «Aber ganz ehrlich: Ich fände es jetzt wünschenswert, wenn die Diskussion sich jetzt versachlicht und der Augenmerk wieder verstärkt auf die aktuelle Museumsarbeit gelenkt wird.» |
























































