| Côte d'Azur trumpft mit kulturellen Highlights auf |
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| Freitag, 24. Juli 2009 um 05:20 Uhr | ||
Von Sabine Glaubitz, dpa (Mit Bild)
Antibes (dpa) - Bei über 30 Grad ziehen nicht nur die herrlichen Strände der Côte d'Azur die Touristen an. Auch die Museen füllen sich, die jedes Jahr pünktlich zu Ferienbeginn mit großen Ausstellungen aufwarten. Mehr als 100 Museen machen aus der französischen Riviera eine faszinierende Kulturmeile, darunter das Picasso-Museum in Antibes oder die berühmte Fondation Maeght in Saint-Paul de Vence, die dieses Jahr mit «Miró en son jardin» (etwa: Miró in seinem Garten) auftrumpft. Eine einzigartige Ausstellung, denn sie zeigt erstmals Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen, die ausschließlich aus dem Besitz der Familie und der 1964 gegründeten Stiftung stammen. Die rund 250 Werke des spanischen Malers (1893- 1983), die bis zum 8. November zu sehen sind, werden nur selten der Öffentlichkeit gezeigt.
«Meine Eltern waren mit Juan Miró befreundet. Er verbrachte ab 1948 jedes Jahr zwei Monate in Saint-Paul de Vence. Viele der ausgestellten Werke entstanden hier», sagte Isabelle Maeght, die Enkelin des berühmten französischen Sammlerpaars Marguerite und Aimé Maeght. Zu den Werken, die nur selten zu sehen sind, gehören die herrlichen Keramikteller, die Miró mit seiner typischen naiven, skurrilen Bildschrift verziert hat. Erstmals ausgestellt ist auch der Entwurf des riesigen Keramik-Wandreliefs «Mond- und Sonnenmauer» für das Pariser UNESCO-Gebäude, für das Miró 1958 den Großen Internationalen Preis der Guggenheim-Foundation erhielt.
Mirós Werk umfasst Skulpturen, Gemälde, Keramiken, Radierungen, Lithographien und Holzschnitte. «Er interessierte sich für jede neue Technik, er war wie ein Kind in der Schule, stets bereit, Neues zu lernen», erklärte Isabelle Maeght. So war er einer der ersten, der seine Bronzeskulpturen mit bunten Farben bemalte und mit Epoxyharz arbeitete, das heute überwiegend im Automobilbereich verwendet wird. Die Ausstellung gibt einen herrlichen Überblick über das auf rund 8000 Kunstobjekte zählende Gesamtwerk Mirós. Ein beachtlicher Teil befindet sich im Besitz der Familie und der Stiftung Maeght.
Einen nicht weniger bekannten Künstler stellt das Museum in Saint- Paul de Vence aus. Unter dem Titel «Picasso, l'empreinte» (etwa: Picasso, Spuren) sind bis Ende Dezember 40 Gemälde, Zeichnungen und Keramiken des Meisters des Kubismus zu sehen. Die Werke stammen aus der Sammlung seines Malerfreundes André Verdet. Unter den ausgestellten Werken befinden sich auch zahlreiche Lithographien, eine Technik, die Picasso um 1945 entdeckte und die sein schöpferisches Genie widerspiegelt.
Einen Abstecher nach Antibes lohnt das vor einem Jahr wieder eröffnete Picasso-Museum. «Seit unserer Wiedereröffnung lässt der Besucherstrom nicht nach», erklärte die Leitung des frisch renovierten Museums im Château Grimaldi. Seit knapp drei Wochen ist in das Gebäude, das aus dem 12. und 16. Jahrhundert stammt, wieder ein Großteil der ständigen Sammlungen eingezogen. Sie löst die Eröffnungsausstellung «Picasso 1945-1949, die Ära der neuen Blüte» ab und widmet dem abstrakten Maler Nicolas de Stael einen eigenen Raum. Der französische Maler russischer Herkunft verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in Antibes, bevor er sich 1955 im Alter von 41 Jahren das Leben nahm.
Während derzeit in den Kunsttempeln am Mittelmeer Hochbetrieb herrscht, bereitet sich Paris auf die «Rentrée», den Wiederbeginn vor. Höhepunkt der kulturellen Herbstsaison wird die Ausstellung «Renoir, die letzten Jahre» im Grand Palais sein (23. September bis 4. Januar). |
























































