| Bundeskunsthalle plant 25 Ausstellungen auf einmal |
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| Sonntag, 26. Juli 2009 um 15:37 Uhr | ||
Bonn (dpa/lnw) - «Wir haben mit der Vergangenheit nichts mehr zu tun», betont Robert Fleck, seit einem guten halben Jahr Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn. Vergessen die Finanzprobleme und ohne Auswirkungen auch der Wirbel um möglicherweise gefälschte Bilder in der noch laufenden Modigliani-Schau. Da seien im Mai und Juni jeweils 100 000 Besucher gezählt worden. Fleck: «Eine hervorragende Zahl!» Und er nennt noch eine andere: «Wir haben zur Zeit 25 Ausstellungen in Vorbereitung. Was, glaube ich, ziemlich verrückt ist.»
Im Bereich der bildenden Kunst will die Bundeskunsthalle die großen Retrospektiven, die es in der Vergangenheit etwa mit Richter, Sam Francis oder mit Hockney gab, akzentuieren. Das beginnt am 9. Oktober mit Markus Lüpertz. Im nächsten Sommer ist eine Thomas- Schütte-Schau geplant und 2011 wird Rosemarie Trockel präsentiert - eine Ausstellung, die gemeinsam mit dem benachbarten Bonner Kunstmuseum geplant wird. Lüpertz ist ein erklärtes Lieblingsprojekt von Fleck. «Wir haben sehr viele unbekannte und vor allem sehr überraschende Bilder aus den 60er Jahren entdeckt - so eine völlig verrückte Pop Art». Die zentrale Wand des Foyers soll zur Ausstellung mit Stoff verkleidet und das ganze Foyer in eine Galerie verwandelt werden. So etwas sei nur mit einem lebenden Künstler zu machen, der auch gleich seine eigenen Ideen mit einbringe, sagt Fleck.
Vorher, Ende August, öffnet mit «James Cook und die Entdeckung der Südsee» eine kulturhistorische Ausstellung. Eine Schau, die die Bundeskunsthalle selbst entwickelt hat. Besondere Unterstützung erhielten die Bonner dabei aus Göttingen. An der dortigen Universität sei die größte James-Cook-Sammlung der Welt beheimatet, sagt Fleck. Die werde jetzt in Bonn zum ersten Mal richtig ausgestellt. Hilfe erhalten die Bonner auch vom British Museum in London. Es werde aber auch sehr stark mit Leihgaben aus dem pazifischen Raum gearbeitet, die diese Region bisher noch nie verlassen hätten. Zugleich sei die Ausstellungsarchitektur sehr modern und sicher nicht folkloristisch. «Wir versuchen so, den pazifischen Raum auch räumlich erlebbar zu machen, so dass man eigentlich von einer Insel zur anderen schreitet und die Reisen von Cook sehr stark miterleben kann.»
Aus der Kategorie kulturhistorische Ausstellungen kündigt Fleck noch einen besonderen Leckerbissen an: In Zusammenarbeit mit dem Victoria & Albert Museum London und der Royal Collection ist eine große Ausstellung über Art und Design im 19. Jahrhundert in Planung. Bei den Vorarbeiten habe sich herausgestellt, dass die Idee für ein solches Museum aus Deutschland stamme - aus dem Umkreis des Preußen-Königs Friedrich Wilhelm IV. In London wurde sie dann realisiert. London sei damit die Geburtsstätte für über 50 Kunstgewerbemuseen in der ganzen Welt gewesen. Mit 350 zentralen Leihgaben des Victoria & Albert Museums und der Royal Collection könne nun ein Kunstgewerbemuseum des 19. Jahrhunderts richtig rekonstruiert werden.
2011 plant Fleck einen großen Überblick zur Situation der Kunst nach Baselitz und Richter. Dazu will er auch verstärkt auf private Sammlungen zurückgreifen. Insbesondere auf das jüngere studentische Publikum zielt Fleck mit dem Vorhaben, den Medienkunstraum wieder permanent zu bespielen. Er denkt an etwa sechs Programme pro Jahr. «Wir möchten zeigen, was ist los mit dieser unglaublichen Medienentwicklung bei den Künstlern.» Bei der Programmauswahl ist ein enger Austausch mit dem Bonner Kunstmuseum geplant, das sich auch stark für dieses Kunstgenre engagiert. Tags: fleck
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