| Zukunft des Japanischen Palais unklar |
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| Dienstag, 28. Juli 2009 um 19:02 Uhr | ||
Dresden (dpa/sn) - Das Japanische Palais in Dresden wird immer mehr zum Wahlkampfthema. Während Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und die Union das barocke Gebäude zum Porzellanschloss für die Staatlichen Kunstsammlungen machen wollen, verweisen Kritiker auf fehlende Finanzierungspläne und anderweitige Nutzung. Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD), deren Haus die Museumskonzeption eigentlich zu verantworten hat, hält auch Optionen abseits der Porzellane für möglich und will zunächst den Ausgang eines Ideenwettbewerbs in Regie des sächsischen Finanzministeriums abwarten. Am Dienstag äußerte sie sich diplomatisch: «Ich freue mich, dass die Idee einer musealen Nutzung nun auch in der Staatskanzlei fest verankert ist.»
Damit spielte Stange auf einen früheren Vorschlag an, das Palais zu verkaufen und in ein Spielcasino zu verwandeln. Die Ministerin warnte davor, im «Wahlkampfeifer Porzellan zu zerschlagen». Für ein Porzellanschloss gebe es weder konkrete Vorarbeiten der Kunstsammlungen noch einen Finanzierungsplan. «Das Thema darf nicht im Wahlkampf als Luftschloss zerplatzen. Wir müssen in Ruhe und solid überlegen, welche Nutzung die beste ist.» Es sei zu hinterfragen, ob eine reine Porzellanausstellung mehr Leute über die Elbe ans Neustädter Ufer lockt. Die Attraktivität der bisherigen Präsentation resultiere auch daraus, das sie im Zwinger erfolgt. Dort sind etwa 2000 Porzellane zu sehen. Die Sammlung hat insgesamt 20 000 Stücke.
«Man sollte sich fragen, wie August der Starke damit umgehen würde», sagte Stange und erinnerte an den Gründer der Sammlungen. Der sächsische Kurfürst habe mit seiner Idee vom Porzellanschloss schon damals keine alleinige Bewahrung des Erbes gemeint. «Seine Überlegung basierte auf der Vorstellung, der Welt etwas Neues zu zeigen. Porzellan war damals eine Innovation.» Stange hatte sich mehrfach dafür ausgesprochen, dass Japanische Palais zu einem Zentrum der Wissenschaft und Kunst zu machen. Auch die Idee eines Ostasien-Museum steht im Raum. Momentan befinden sich in dem Gebäude Ausstellungen des Landesmuseums für Vorgeschichte und des Museums für Völkerkunde.
Die CDU bekräftige am Dienstag ihren Wunsch. «Wir wollen das Projekt in der nächsten Legislaturperiode umsetzen», sagte Generalsekretär Michael Kretschmer der dpa. Sachsen habe die Kraft dazu. Nach Ansicht von Kretschmer könnte so eine «einzigartige Perle» von nationalem Rang entstehen, die Sachsen einmal mehr zu einem Anziehungspunkt mache. Dies sei auch bei der Frauenkirche und beim Residenzschloss so gewesen. Bei neuen Ideen müsse man aber immer damit rechnen, dass es zunächst Bedenken gebe.
Die Grünen erinnerten daran, dass es im Palais schon heute Ausstellungen gibt. «Das Dresdner Völkerkundemuseum wartet seit Jahrzehnten darauf, endlich einen Teil seiner wertvollen Sammlungen in einer Dauerausstellung präsentieren zu können. Die naturhistorischen Sammlungen sind in derselben Situation. Sie dürfen nicht aus der Dresdner Museumslandschaft verschwinden», sagte der kulturpolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion, Karl-Heinz Gerstenberg.
Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Martin Roth äußerte sich zurückhaltend. Es seien noch viele Fragen zu klären. Grundsätzlich freue er sich über das klare Bekenntnis, das sanierungsbedürftige Palais als Museum zu nutzen. «Das ist ein klares Statement für die Kultur.» Tags: f
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