| Carl Spitzweg und die kleinen Leute in Murnau |
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| Freitag, 31. Juli 2009 um 19:36 Uhr | ||
Murnau (dpa/lby) - Carl Spitzweg hatte seine eigene Meinung über die Städter, die im 19. Jahrhundert zur Sommerfrische aufs Land gefahren kamen: «Wenn zu viele Stadtleut` kumma, verderbens einem den ganzen Summer.» Dabei war der Apotheker, Maler und Zeichner ein Münchner und selbst häufig zwischen Kochel- und Staffelsee unterwegs. In dieser Gegend malte er stimmungsvolle Landschaftsbilder, die jetzt anlässlich einer Sonderausstellung im Schlossmuseum Murnau gezeigt werden. «Carl Spitzweg vor und hinter den Kulissen» heißt die Schau, die bis zum 8. November zu sehen ist.
«Den überwiegenden Teil seiner Arbeiten widmete Carl Spitzweg den Lebensweisen und Marotten der kleinen Leute, die uns gerade wegen ihrer menschlichen Schwächen so sympathisch erscheinen», sagt Museumsleiterin Brigitte Salmen. Ein gutes Beispiel dafür ist der berühmte «Arme Poet in seiner Dachkammer», von dem in der Murnauer Ausstellung allerdings nicht das ausgearbeitete Originalgemälde zu sehen ist, sondern eine liebevolle Bleistiftzeichnung aus der Staatlichen Graphischen Sammlung München.
Die weiteren 80 Zeichnungen und 50 Gemälde stammen neben der Graphischen Sammlung aus der Bayerischen Staatsgemäldesammlung München und dem Münchner Stadtmuseum. Salmen: «Wir arbeiten gerne mit Sammlern zusammen, so können wir Bilder zeigen, die zwar nicht so bekannt sind, aber sonst im Verborgenen bleiben».
Das trifft vor allem auf die gezeigten Landschaftsgemälde zu, mit denen so Salmen Spitzweg «maltechnisch einen hohen Rang» beweist: «Thematisch ist Spitzweg zwar noch im Biedermeier verankert, mit seiner Technik schaut er allerdings schon weit nach vorne». Das macht Schule, und einige bekannte Spitzweg-Nachahmer sind ebenfalls in Murnau ausgestellt, etwa Franz Lenbach. Tags: spitzweg
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