| Berliner Galerist Rudolf Springer tot |
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| Dienstag, 02. Juni 2009 um 16:25 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Der Galerist Rudolf Springer, einer der prägenden deutschen Kunsthändler der Nachkriegszeit und Förderer von Malern wie Georg Baselitz und Markus Lüpertz, ist tot. Springer starb im Alter von 100 Jahren in einer Klinik in Ahrenshoop, wie sein Kollege und langjähriger Freund Lothar Poll am Dienstag in Berlin mitteilte. Wie kaum ein anderer Galerist prägte der 1909 geborene Springer die Kunstszene Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg und präsentierte erstmals Werke von damals in Deutschland weitgehend unbekannten Künstlern. Der Urenkel des Verlegers Rudolf Springer, Gründer des noch heute bestehenden gleichnamigen Wissenschaftsverlags, hatte zunächst den Kaufmannsberuf erlernt. Nach seiner Heimkehr aus Frankreich, wo er Kontakt zur Resistance geknüpft hatte, arbeitete er zunächst als Geschäftsführer der Galerie Rosen und gründete 1948 seine erste Galerie im Elternhaus in Berlin-Zehlendorf. Zwei Jahre später verlegte er das Kunsthaus in die Fasanenstraße. Die Galerie in der Nähe des Kurfürstendamms bestand bis 1998. Springer wollte die durch den Nationalsozialismus ausgelösten Kulturverluste überwinden und an die Tradition des Berliner Kunsthandels der Vorkriegszeit anknüpfen. Viele später weltweit bekannte Künstler wurden zunächst in Springers Galerie gezeigt. In vielen der insgesamt rund 400 Ausstellungen bot er jungen Malern erstmals Ausstellungsmöglichkeiten. Zu Beginn zeigte Springer Werke etwa von Heinz Trökes, Hans Uhlmann und Karl Hartung, aber auch Werke internationaler Künstler wie Joan Miró, Alexander Calder und Max Ernst. Später kamen etwa A.R.Penck und Jörg Immendorff hinzu. Schon 1956 stellte Springer Werke des in der DDR lebenden Künstlers Gerhard Altenbourg aus. Anfang der Sechziger Jahre gelang Springer und seinem ehemaligen Mitarbeiter Markus Werner ein großer Erfolg. Werner hatte in seiner eigenen kleinen Galerie neue Bilder wie «Nacht im Eimer» von Baselitz ausgestellt. Springer zeigte 1966 eine neue Serie figurativer Malerei von Baselitz, und 1968 präsentierte er Markus Lüpertz mit dessen programmatischer Ausstellung «Die Anmut des 20. Jahrhunderts wird durch die von mir erfundenen Dithyramben sichtbar gemacht». 1970 folgte eine große Baselitz-Ausstellung. Vor zwei Jahren hatte die Berliner Galerie Contemporary Fine Arts Springer noch mit einer großen Dokumentationsschau gewürdigt. |
























































