| «Der Künstler als Katalysator» - Tobias Rehberger |
|
|
|
| Sonntag, 07. Juni 2009 um 17:45 Uhr | ||
Von Katie Kahle, dpa Venedig (dpa) - «Ich glaube, als Künstler ist man eine Art Katalysator», äußerte sich der Tobias Rehberger einmal über seinen Beruf. Der 42-jährige deutsche Künstler und Professor der Städelschule in Frankfurt am Main wurde am Samstag bei der 53. Kunstbiennale von Venedig für sein Werk «Was du liebst, bringt dich auch zum Weinen» mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Er ist vor allem für seine bunten und oft witzigen Raum-Installationen an der Grenze zwischen Konzeptkunst und Design bekannt. Als Sohn eines begeisterten Hobbymalers 1966 in Esslingen geboren, studierte Rehberger von 1987 bis 1992 an der Städel-Kunsthochschule in Frankfurt am Main unter anderem bei Martin Kippenberger. 1995 startet er eine steile Karriere. Von gigantischen Kopien der Bilder seines hobbymalenden Vaters über Porträts seiner Künstlerfreunde als Blumenvasen bis hin zur Aufstellung eines Bücherautomaten mitten im Wald - alle seine Werke werden von der internationalen Kunstwelt gefeiert. An das romantische Bild des Künstlers als Genie glaubt Rehberger dabei weniger. Der Künstler schafft für ihn nicht durch von göttlichen Geistesblitzen inspirierte Originale: Er katalysiert, er legt offen. Die Kunst wird zum Produkt sowohl des Künstlers als auch des Betrachters. So findet man in seinen Arbeiten häufig den bewussten Versuch, den Betrachter in den Mittelpunkt zu rücken, ihm eine neue, deutlich aktivere Rolle zuzuteilen. Der Käufer seines 2002 geschaffenen Werkes «Mutter 93%» - einem fast lebensgroßen Modell einer Garage - erwirbt etwa neben dem Kunstwerk auch das Recht, die Garage nach seinen eigenen Vorstellungen nach- und umzubauen. In der Tradition des berühmten Urinals von Marcel Duchamp stellt Rehberger bekannte Elemente aus Architektur, Design und Kunstgeschichte in ungewohnte, neue Zusammenhänge, um durch den Kontextwechsel das Besondere im Alltäglichen aufzudecken. Für großes Aufsehen sorgte auch im vergangenen Jahr seine Film-Installation «On Otto» für die Fondazione Prada, in der der filmische Schaffensprozess im Mittelpunkt steht. Hierzu drehte er einen Film mit Kim Basinger in umgekehrter Reihenfolge. Der in Frankfurt am Main und Berlin lebende Künstler wurde unter anderem mit dem Frankfurter 1822-Kunstpreis und dem diesjährigen Hans-Thoma-Preis geehrt. |
























































