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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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«Apokalypse» von Dürer - Endzeit-Bilder in Köln PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 10. Juni 2009 um 12:26 Uhr

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Von Yuriko Wahl, dpa

 

Köln (dpa/lnw) - Dämonen zeigen ihre furchterregenden Klauen, Engel schlagen mit riesigen Schwertern um sich, Menschen schreien, Ritter machen Jagd auf Unbewaffnete: In der selten präsentierten Holzschnitt-Serie «Apokalypse» von Albrecht Dürer (1471-1528) stellt der Künstler die Schreckens-Visionen der Endzeit dar. Die 16 großformatigen Blätter, die bis zum 13. September im Kölner Wallraf- Richartz-Museum zu sehen sind, gelten als «Meilenstein in der Geschichte der Druckgrafik», betonte der stellvertretende Direktor Roland Krischel am Mittwoch bei der Eröffnung. Die Folge habe Dürer im Alter von 27 Jahren auf einen Schlag bekannt gemacht, denn die Bilder konnten vervielfältigt werden und waren auch schnell über die Grenzen Deutschland hinaus gefragt.   

In den Blättern mit vielen grausamen Motiven stellt Dürer den Untergang der irdischen Welt dar - in Anlehnung an die Johannes- Offenbarung, in der das Jüngste Gericht und das Ende aller Zeiten beschrieben werden. Kurator Uwe Westfehling sprach von «gewaltsamen Bildern von aufrührender Kraft». In Drucken wie «Die apokalyptischen Reiter», «Der Engelkampf» oder «Das Tier mit den Lammhörnern» lässt der Künstler Monster ihr Unwesen treiben oder Engel als Schlächter auftreten. In einem anderen Szenario wird Evangelist Johannes in einem Topf mit siedendem Öl gemartert. Dörfer gehen in Flammen auf. Das Museum nannte die düstere Serie einen «Schatz».   

In Dürers Zeit habe die Bevölkerung an den Untergang der Welt mit all ihren Schrecknissen geglaubt, erklärte Westfehling. Die Serie mache auch das «außerordentliche Talent» des Nürnbergers deutlich: «Dürer arbeitete mit dem Schwarz und dem Weiß in einer spektakulären Weise, mit einem Gegeneinander der scharfen Kontraste.» Mit seiner Technik habe er eine faszinierende und bis dahin nicht gekannte Wirkung erzielt, Licht und Schatten virtuos dargestellt.   

Jedes Bild steckt voller winziger Details. Gut vorbereitete Besucher kamen am Mittwoch mit einer Lupe ins Graphische Kabinett des Museums. Da die Blätter so empfindlich sind, können sie nur selten ausgestellt werden, wie ein Sprecher erklärte. Es gebe nur wenige Häuser, die ebenfalls im Besitz der Holzschnitt-Folge seien.   

In einem Blatt deutet laut Kurator eine Ähnlichkeit in der Physiognomie von Johannes und Albrecht Dürer an, dass sich der Bildmacher mit dem Evangelisten identifizierte. Das Museum habe sich aber bewusst mit Erklärungen und Deutungen der Bilder zurückgehalten, jeder Besucher müsse selbst beurteilen. Die letzte Szene der Serie lässt bei allen künstlerischen Gewalt-Fantasien doch aufatmen: Der Übergang scheint geschafft, in der Ferne baut Dürer die erlösende Stadt Gottes auf.



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