| Mit John Cage «Bildern lauschen» |
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| Mittwoch, 10. Juni 2009 um 17:27 Uhr | ||
Von Roland Böhm, dpa
Waiblingen (dpa/lsw) - Sie ist schon sehr speziell, die Welt von John Cage (1912-1992). Als radikaler Neuerer in der Welt der Musik, der Bildenden Kunst, von Tanz und Theater wird der US-Amerikaner bezeichnet - als Komponist der Avantgarde wurde er weltweit bekannt. In seiner Welt könne man «Bildern lauschen» und «Musik sehen», verspricht Gisela Sprenger-Schoch, Kuratorin der Galerie Stihl in Waiblingen. Sie präsentiert von diesem Sonntag (14.6.) an und bis zum 20. September 72 Exponate, die ungewöhnliche Einblicke in das bildkünstlerische Schaffen des Musikers Cage geben sollen. Die Besucher tauchen in Cages Welt ein, indem sie in einem quadratischen Turm am Eingang buchstäblich durch einen Cage-Film in die Galerie gehen. Der Streifen «one and 103», ein Film zum Licht im Raum, ist wie eine Schleuse zum Neuland, zum Cage-Land. «Unser Interesse an John Cage ist eher durch Zufall geweckt worden», berichtet Galerieleiterin Ingrid-Sibylle Hoffmann. Fasziniert habe vor allem Cages Lebenswerk als Beispiel für den Austausch zwischen den Künsten. Zudem habe er sehr oft auf Papier gearbeitet - eine Spezialität der Galerie Stihl. Die Leihgaben stammen unter anderem aus Museen und Galerien in Berlin, München, New York und Zürich. Cage gilt als Wegbereiter der modernen Musik und steht vor allem für experimentelle Musik. Vieles überließ er dem Zufall, arbeitete außerhalb der Konventionen. Legendär ist sein Geständnis, er habe bei Konzertbesuchen gelegentlich nicht erkannt, dass die Musiker dort eines seiner Werke spielten. Auch bei seinen visuellen Arbeiten war das Ergebnis selten vorhersehbar. Es kam wie es kam, weshalb er von den Etablierten auch gerne mal als Scharlatan ober Dilettant abgetan wurde. «Zufall ist sein Thema», sagt Hoffmann. Und die Galerie Stihl ist mit dem Thema offenbar ganz vorn: Nach Angaben des John Cage Trust at Brad Collage in New York gibt es ein großes Interesse am bildnerischen Schaffen Cages: Sechs verschiedene Ausstellungen werden aktuell weltweit vorbereitet, wie Kuratorin Sprenger-Schoch berichtet. Und Waiblingen hat die erste. Die multimediale Ausstellung «Kunst = Leben. John Cage» bezieht auch Cages Bezugspunkte zu anderen Künstlern mit ein, etwa durch ein Blatt des Pop-Art-Künstlers Robert Rauschenberg (1925-2008), eine gemeinsame Grafik mit Joseph Beuys (1921-1986) oder ein von Cage und Jasper Jones gestaltetes Plakat. Für seine «Variations»-Reihe hat Cage Papierbögen Feuer und Wasser ausgesetzt. Die Städtische Galerie Stihl ist dienstags bis sonntags von 11.00 bis 19.00 Uhr geöffnet, donnerstags bis 20.00 Uhr. Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder haben freien Eintritt. |
























































