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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Augsburger halten Hof im Moskauer Kreml PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 17. Juni 2009 um 15:19 Uhr

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Von Ulf Mauder, dpa

 

Moskau (dpa) - Augsburger Glanz im Kreml in Moskau: Die Kunstsammlungen und Museen der Fuggerstadt kommen erstmals zu einer Ehre, wie sie sonst eher Häusern wie dem Pariser Louvre oder Pekings Schätzen zuteil wird. Trotz Finanzkrise haben die Russen rund eine Million Euro ausgegeben, um in ihrer großen Sommerschau bis 22. September Gold- und Silberschmiedekunst sowie andere Schätze des 16. bis 18. Jahrhunderts aus Augsburg zum Funkeln zu bringen. Aus Freude über die Moskauer Einladung haben die Bayern rund 200 Spitzenexponate für die Ausstellung «Freie Reichsstadt Augsburg - Majestätische Jahrhunderte» ausgeliehen. Viele davon sind in Deutschland als nationales Kulturerbe registriert.   

Der Austausch hochkarätiger Kunstschätze zwischen Deutschland und Russland gilt immer noch als außergewöhnlich. Beide Länder streiten seit Jahren über die sogenannte Beutekunst aus dem Zweiten Weltkrieg. Russland sieht diese zwar seit langem als Entschädigung für Kriegsverluste an. Doch verlangt Deutschland weiter die Rückgabe der verschleppten Kulturgüter. Trotzdem versuchen Fachleute immer wieder auf Museumsebene den Austausch von Leihgaben voranzubringen, wie dieses wohl größte Kulturprojekt beider Länder 2009 zeigt.   

Im vergangenen Jahr hatten die Kremlmuseen einen Teil ihrer weltweit größten Sammlung an «Zarensilber» aus Augsburg in der Fuggerstadt gezeigt. «Für unseren Gegenbesuch haben wir - wie in solchen Fällen üblich - eine rechtsverbindliche Rückgabeversicherung abgeschlossen», sagte der Leiter des Augsburger Maximilianmuseums, Christof Trepesch, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er betonte, dass um keines der in Moskau gezeigten Exponate gestritten werde. Die Lücken im Museum zu Hause habe er mit Exponaten aus dem Depot füllen lassen.   

Die Augsburger waren bei der Eröffnung am Mittwoch sichtlich gerührt von den «liebevoll in Szene gesetzten und sensibel mit Punktstrahlern ausgeleuchteten Prunkstücken». Zu sehen sind etwa das Kalksteinrelief «Die Muttergottes im Kreise der Engel» von Hans Daucher aus dem 16. Jahrhundert, ein Reiseservice mit 43 silbervergoldeten Toiletten- und Tafelgeräten aus dem 18. Jahrhundert. Erstmals in Russland gezeigt werden Bronzen des Niederländers Adriaen de Vries, zum Beispiel die «Gänsewürger», wie die Moskauer Museumsleiterin Jelena Gagarina sagte.    

«Der Aufwand war einfach riesig», sagte der Augsburger Kurator Christoph Emmendörfer. Der 44-Jährige hatte selbst den Transport des Schatzes in einem Lastwagen fünf Tage auf der Straße und dem Seeweg begleitet. Wegen der immer wieder spektakulären Überfälle auf Werttransporter in Russland begleiteten russische Polizisten die kostbare Fracht ab der Grenze über St. Petersburg nach Moskau. Dabei kamen sich die Organisatoren angesichts der russischen Bürokratie zuweilen doch vor wie bei einem Überfall, hieß es. Ob Gewichtsangaben über Leinwände, Bilderrahmen, oder Markennamen von Schrauben und Werkzeugen, alles hätten die Behörden erfasst.   

Diese russische Liebe zum Detail zeigt sich aber nach Meinung der ersten Besucher auch in der Ausstellung: An den Wänden sind Projektionen der Augsburger Innenstadt zu sehen. Auf Monitoren laufen Straßenszenen um den Herkulesbrunnen ab. «Man kann sich fühlen wie in Augsburg», sagte Oberbürgermeister Kurt Gribl, die das Projekt als einmalige Werbung für seine Stadt ansieht. Die Schau zeige auch die Bewunderung der Russen für die deutsche Architektur und das Wirken einflussreicher Finanziers wie Jakob Fugger, meinte Gagarina.   

Dank den Augsburgern sind im Kreml nun Prunkuhren und Gemälde zu sehen, wie sie nicht einmal die Schatzkammer unter ihren rund 4000 Exponaten vorweisen kann. Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ neben dem russischen Schirmherrn, Kremlchef Dmitri Medwedew, in ihrem schriftlichen Grußwort darauf hinweisen, es handele sich um eine der größten Sonderausstellungen im Kreml seit zehn Jahren. Das Moskauer Museum zählt rund zwei Millionen Besucher jedes Jahr.



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