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Mittwoch, 17. Juni 2009 um 15:28 Uhr |
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Hamburg (dpa) - Genau 71 Jahre nach dem Selbstmord des Brücke- Künstlers Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) auf einem Almhof bei Davos (Schweiz) sind jetzt die Tatwaffe und ein unbekannter Arztbericht über den Freitod aufgetaucht. Über beide Funde berichtet die Hamburger Wochenzeitung «Die Zeit» nach eigenen Angaben zum ersten Mal. Karin Schick, Direktorin des Kirchner Museums in Davos, bestätigte der «Zeit», dass sich Kirchner mit einer Browning vom Kaliber 7.65 erschossen habe. Der Bericht des Bezirksarztes, der Kirchner kurz nach seinem Selbstmord untersuchte, gibt zudem detaillierte Hinweise auf die Medikamenten- und Drogenabhängigkeit Kirchners in seinen letzten Lebensjahren. «Die Zeit» zitiert auch die letzte Augenzeugin Barbara Augustin, die 1938 als 16-Jährige auf dem Hof lebte: «Wir fanden den Toten auf dem Rücken im Gras, beim Gartenzaun. Sein weißes Hemd war dunkelrot von Blut.» Am 15. Juni 1938 lief Kirchner nach Aussagen seiner Freundin Erna Schilling zunächst mit seiner Browning-Pistole in den Wald. Später stürmte er in einen Nachbarhof, wohin die Freundin zum Telefonieren gegangen war, stritt mit ihr und tötete sich dann neben dem Gebäude mit zwei Schüssen in die Brust. Der gesundheitlich angegriffene Kirchner lebte von 1918 bis zu seinem Tod in Davos. Die Tatwaffe wird vom 28. Juni an im Kirchner Museum in Davos zu sehen sein.
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