| Merkel feiert mit Leipziger Maler-Stars |
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| Samstag, 20. Juni 2009 um 17:17 Uhr | ||
Von Birgit Zimmermann, dpa
Leipzig (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Samstag einen ausführlichen künstlerischen Einblick in die «Neue Leipziger Schule» gegönnt. Die Politikerin kam zur Feier des 125- jährigen Bestehens der Leipziger Baumwollspinnerei. Auf dem alten Industrieareal haben sich rund 100 Künstler niedergelassen, darunter Stars wie der Maler Neo Rauch. Merkel, sonst eher wegen ihrer Begeisterung für alles Technische bekannt, genoss ihren gut einstündigen Besuch sichtlich. «Für mich war's toll», raunte sie dem Geschäftsführer der Spinnerei, Bertram Schulze, nach dem Rundgang zu. Je länger ihr Aufenthalt auf dem von morbidem Charme geprägten Gelände dauerte, desto entspannter erschien Merkel. In ihrer Rede zur Eröffnung der Feierlichkeiten hielt sie sich zunächst mit der Geschichte der Baumwollspinnerei - immerhin einst die größte auf dem europäischen Festland - auf. An der Fabrikgeschichte könne man auch «viel an deutscher Geschichte ermessen», befand die Kanzlerin. Besonders hob sie die Entwicklung nach dem Mauerfall heraus, die Ansiedlung der Maler, Fotografen und Objektkünstler. «Da ist etwas passiert, was kein alltäglicher Strukturwandel war, aber ein wunderschöner», sagte Merkel. Längst betrachtet sich die Spinnerei als eine der Top-Adressen der internationalen Kunstszene. Die anschließende Werkschau nutzte Merkel ausgiebig für Plaudereien mit den Künstlern. Von Ricarda Roggan, die großformatig alte Lüftungsschächte abgelichtet hat, wollte die Kanzlerin wissen, ob sie digital oder analog fotografiert habe. «Sie kennt sich aus», meinte Roggan. Von Christiane Baumgartner ließ sie sich ausgiebig erklären, wie ihre «Formationen» - Holzschnitte vom Videostandbild - entstehen. Und bei Julius Popp schließlich entdeckte die Physikerin sogar Technik. Der 36-Jährige hat «Micro.perpendiculas» ausgestellt, mannshohe weiße Objekte aus Glasfaser, die ein bisschen wie übergroße Fieberzäpfchen aussehen. Sie sind vollgestopft mit Computertechnik und einem Funknetz, was es ihnen möglich macht, sich zu bewegen und untereinander zu kommunizieren. Popp, Roggan, Baumgartner und natürlich auch Neo Rauch und seine Frau Rosa Loy erfüllen das Motto der Spinnerei «from cotton to culture» mit Leben. Neben den Ateliers haben sich zudem mehr als ein Dutzend Galerien auf dem 8,5 Hektar großen Areal niedergelassen. Seit kurzem hat hier auch die mexikanische Galerie Hilario Galguera eine Adresse. Die Kanzlerin, die am Ende ihrer Visite eine Mappe mit Radierungen überreicht bekam, zeigte sich beeindruckt: «Das war ein sehr spannender Besuch, sehr eindrücklich. Das ist ein sehr inspirierender Ort, der hinreichend Raum zu Nachdenken lässt.» |
























































