| Landesmuseum Darmstadt wird runderneuert |
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| Freitag, 26. Juni 2009 um 19:31 Uhr | ||
Von Christian Meier, dpa
Darmstadt (dpa/lhe) - Abblätternde Farbe, offenliegende Backsteine, Risse im Putz. Die im Stil der italienischen Renaissance errichtete Eingangshalle des Hessischen Landesmuseums in der Darmstädter Innenstadt hat eine Sanierung nötig. Und mit ihr der ganze 1906 vom Architekten Alfred Messel errichtete Museumsbau. «Der bauliche Zustand des Gebäudes ist erschreckend», sagte die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Freitag. Symbolisch übergab sie den Museumsschlüssel an Ulrich Pfeiffer, den Leiter der Regionalniederlassung Süd des Hessischen Baumanagements.
Das war der Startschuss für die Sanierung und Erweiterung des Hessischen Landesmuseums. Es soll bis 2012 grundlegend saniert, um einen Neubau erweitert und konzeptionell erneuert werden. Das Land hat 50 Millionen Euro für Sanierung und Erweiterung bereitgestellt. Weitere 13 Millionen Euro schießt das Land für neue Ausstattung zu.
Dabei dürfte der alte Teil des Museums, der sogenannte Messelbau, zu den erhaltenswertesten Baudenkmälern Hessens gehören: 1906 sei es eines der fortschrittlichsten Museen gewesen, sagte Kühne-Hörmann. Es habe viele spätere Museumsbauten beeinflusst. «Messel war ein Wegbereiter der Moderne», schwärmte die Ministerin. Die Sanierung soll genutzt werden, um das Museumskonzept zu modernisieren. «Wir wollen gleichzeitig faszinieren und informieren», sagte der stellvertretende Museumsdirektor Theo Jülich. Das Museum werde einen Pädagogikraum, einen Museumsshop und ein Café bekommen.
Vor der Sanierung und dem Neubau musste das Museum leergeräumt werden. Rund eine Million Objekte, darunter Kunsthandwerk, Mineralien, archäologische Fundstücke, Skulpturen und Gemälde, wurden verpackt und aus dem Museum gebracht. Viele Stücke sind derzeit in anderen Museen Deutschlands oder auf Wanderausstellungen zu sehen. Langen und erbitterten Streit gab es um die Behandlung des «Block Beuys». Trotz zahlreicher Proteste wird nun die marode Jute- Wandbespannung entfernt, die sieben Räume erhalten einen weißen Anstrich. Beuys-Anhänger hatten gegen die Entfernung der Jute protestiert, weil sie darin einen Teil des Kunstwerks sehen. Die Werke, die Josef Beuys (1921-1986) selbst in den Räumen als Gesamtkunstwerk installierte, werden für die Dauer der Sanierung ausgelagert.
Die Raumnot, die das Landesmuseum plagte, soll künftig der Vergangenheit angehören. Der sogenannte Kargelbau, der neben dem Messelbau stehende, moderne Teil des Landesmuseums, wird abgerissen und durch einen wesentlich größeren Neubau ersetzt. «Dadurch gewinnen wir 6500 Quadratmeter Ausstellungsfläche», sagte Jülich. Insgesamt wird das Museum dann über eine Ausstellungsfläche von rund 26 000 Quadratmetern verfügen.
Ein Teil der neuen Flächen soll für Wechselausstellungen genutzt werden. Die Gemäldegalerie soll um Barockkunstwerke erweitert werden. Ob allerdings die berühmte Holbein-Madonna in das Landesmuseum einziehen wird, konnte Jülich noch nicht sagen. |
























































