| Biennale-Kurator Birnbaum: Finanzkrise keine Kunstkrise |
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| Samstag, 27. Juni 2009 um 07:55 Uhr | ||
Venedig/Frankfurt (dpa) Daniel Birnbaum, Leiter der Frankfurter Städel-Kunsthochschule und Kurator der Überblicksschau auf der Kunstbiennale in Venedig, äußert sich im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa zu den Auswirkungen der Finanzkrise auf die Kunstszene:
Hat die Biennale 2009 unter der Finanzkrise gelitten?
Birnbaum: «Nein, die Biennale hat in der Sparte bildende Kunst nichts gestrichen. Das Budget ist geblieben. Es gab Jahre, da hat der Kunstmarkt die Biennale stärker unterstützt das war in diesem Jahr nicht so deutlich. Aber die Biennale hat andere Unterstützer gefunden: In diesem Jahr waren es eher Stiftungen als Galerien, die Geld gegeben haben.»
Wird Thema bereits künstlerisch bearbeitet? Immerhin steht der Doppel-Pavillon der skandinavischen Länder symbolisch - zum Verkauf und im Pool treibt als Puppe ein toter Sammler.
Birnbaum: «Die Kunst reagiert nur selten so direkt auf politische Ereignisse. Ich kann nicht sehen, dass es viele Künstler gibt, die jetzt sofort die Bankenkrise thematisieren. Die Arbeit von Elmgreen & Dragset in der Länderschau handelt einfach von den Mächten des Marktes und das kann künstlerisch genauso interessant sein, egal ob der Markt jetzt boomt oder zusammenbricht.»
Wird die Finanzkrise die Kunst verändern, weil sie den Kunstmarkt zurechtstutzt?
«Die Grenze zwischen relevanter und uninteressanter Kunst ist eine ganz andere als die zwischen erfolgreich und nicht erfolgreich im Markt. Nach der Tulpenkrise waren danach die Blumen weniger schön? Aber vielleicht kann man sagen, dass die Finanzkrise einer gewissen Verfettung der Kunstwelt entgegenwirkt. Vielleicht bekommen die öffentlichen Häuser ihre alte Rolle zurück: In den vergangenen Jahren hatten die großen Galerien und die privaten Sammler viel mehr Geld als die Museen. Vielleicht bekommt die Kunst eine neue Sichtbarkeit.»
Interview: Sandra Trauner, dpa |
























































