| Verband kritisiert: Kunsthalle statt Jugendarbeit |
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| Dienstag, 30. Juni 2009 um 15:40 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Der Landesjugendring hat Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) «fragwürdige Prioritäten» bei der Haushaltsaufstellung für 2010/2011 vorgeworfen. Es würden «20 Millionen Euro für eine Kunsthalle, aber kein Cent für Jugendverbandsarbeit» eingeplant, kritisierte Verbandsvorsitzende Carla Dietrich am Dienstag in einer Pressemitteilung. Im Landesjugendring haben sich 34 Jugendverbände zusammengeschlossen. Bei der Senatsklausur zum Haushalt in der vergangenen Woche sei der von der Bildungsverwaltung geforderten siebenprozentigen Erhöhung der Jugendverbandsförderung eine Absage erteilt worden.
Sieben Prozent - das wären 300 000 Euro jährlich für Jugendverbände und ihre Jugendbildungsstätten, die offenbar nicht übrig sind. Kunsthallen seien in Berlin keine Mangelware. Mit dem Geld könnten rund 4000 Kinder und Jugendliche im Jahr zusätzlich in den Genuss einer dreitägigen Bildungsmaßnahme kommen, zum Beispiel zur Prävention von Rechtsextremismus und Antisemitismus. Oder es könnten 1700 benachteiligte Kinder und Jugendliche an einer einwöchigen Ferienmaßnahme teilnehmen.
Wowereit, der auch als Kultursenator fungiert, hatte den Bau einer Kunsthalle für moderne Kunst als Senatsbeschluss angekündigt. Mangels privater Investoren will das Land die Halle von 2012 an selbst für rund 30 Millionen Euro bauen. Im Doppelhaushalt 2010/2011 sind rund 600 000 Euro für Planungs- und Vorbereitungsmaßnahmen eingestellt. Gegen den Bau der Kunsthalle in Zeiten der Wirtschaftskrise und neuer Milliardenschulden regt sich nach Medienberichten auch Widerstand in der eigenen SPD-Fraktion. Auch der Koalitionspartner Linke sieht das Projekt kritisch. «Ich sehe den Sinn dieser Übung momentan nicht ein», sagte der Linke-Kulturexperte Wolfgang Brauer dem «Tagesspiegel» (Dienstag). |
























































