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Dienstag, 03. März 2009 um 07:47 Uhr |
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Hollein, Städel
Ein gigantischer Erweiterungsbau für das weltweit bekannte Städel Museum in Frankfurt. Doch der ursprünglich für Dezember vorgesehene Baubeginn ist längst verstrichen. Und abgesehen von ein paar Probebohrungen hat sich auf der künftigen Baustelle noch nichts getan. Denn nach wie vor ist die Finanzierung nicht gesichert.
Als Städel-Direktor Max Hollein im Februar vergangenen Jahres vor die Presse trat, hatte er nahezu Unglaubliches zu berichten: Einen unterirdischen Erweiterungstrakt wolle das Haus bauen, futuristisch von dem renommierten Frankfurter Architektenbüro Schneider + Schumacher angelegt, mit einer Glaskuppel, die sich imposant aus dem Garten zwischen dem 1876 erbauten Städel Museum und der gegenüberliegenden Städelschule erhebt.
Das Museum wolle damit seine bisherige Ausstellungsfläche von 4000 Quadratmetern um weitere 3000 vergrößern. Ebenso gigantisch wie das Projekt waren auch Zeitplan und Finanzierung: Zwischen 20 und 30 Millionen Euro visierte Hollein zunächst an, bis Ende 2010 sollte der Bau fertig sein.
Dabei war Eile geboten. Denn das Städel platzte schon damals aus allen Nähten. 100 000 Zeichnungen und Grafiken umfasst sein Bestand, hinzu kommen fast 3000 Gemälde der weltweit bekanntesten Maler. Gerade die Kunst nach 1945 kann der Öffentlichkeit aus Platzgründen aber schon lange nicht mehr gezeigt werden.
Hinzu kommt, dass der gern in Banken-Kreisen verkehrende Museums- Direktor künftig Hunderte von Kunstwerken aus Unternehmenssammlungen in seinem Haus zeigen will. Allein die Deutsche Bank in Frankfurt überlässt ihm 600 zeitgenössische Kunstwerke im Wert von 20 Millionen Euro. Und auch die Frankfurter DZ Bank, die über eine der weltweit bedeutendsten Fotosammlungen verfügt, will einen Großteil ihrer Werke dem Haus zukommen lassen.
Doch aus dem ursprünglich für Dezember 2008 geplanten ersten Spatenstich wurde nichts. Hollein räumte ein, dass sich der Baubeginn bis mindestens zum Sommer verzögere. Davon geht das Museum nach Angaben einer Sprecherin vom Montag noch immer aus. Schuld daran seien bürokratische Hürden. Genehmigungsverfahren zögen sich langatmig hin. Dass er erst 15 Millionen der inzwischen auf 30 Millionen angestiegenen Baukosten beisammen habe, sei kein Grund für den Aufschub, meint Hollein.
Unterdessen bestätigte die gemeinnützige Hertie-Stiftung, dass sie nach wie vor das Projekt mit sieben Millionen Euro unterstützen will. Auch das Frankfurter Bankhaus B. Metzler und die wohlhabende Familie Metzler wollen an ihrer zugesagten Unterstützung von drei Millionen Euro festhalten, wie das Unternehmen mitteilte. Zudem gab Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) in der vergangenen Woche bekannt, dass aus dem Konjunkturpaket des Bundes und des Landes rund fünf Millionen Euro dem Bau zugutekommen.
Zwar hat auch die Stadt Hilfe zugesagt, da der entsprechende Doppelhaushalt 2010/11 aber noch nicht beschlossen ist, ist die Höhe derzeit noch unklar, wie eine Sprecherin des Kulturdezernats am Montag bestätigte. Es fehlen also noch immer bis zu 15 Millionen Euro für das Vorhaben.
Um an die fünf Millionen aus dem Konjunkturprogramm zu kommen, muss Hollein aber noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen - das ist Bedingung. Die Zeit drängt also. Und in Zeiten, in denen ein Bankhaus nach dem anderen Millionendefizite einfährt, dürften die Sponsoren in den Bankentürmen der Finanzmetropole eher zurückhaltend auftreten.
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