|
Mittwoch, 04. März 2009 um 07:14 Uhr |
|
Festspielhaus, Jaenicke, Hellerau
Diesen Anspruch besaß das im Festspielhaus beheimatete Europäische Zentrum der Künste schon unter Jaenickes Vorgänger Udo Zimmermann. Nun ist das auch im Titel manifestiert - das Hellerau European Center For The Arts Dresden ist der deutschen Bezeichnung nachgestellt.
Jaenicke (59) möchte unter anderem die Bildende Kunst stärker in Hellerau verwurzeln und die renommierte Forsythe Company mehr in das Gesamtkonzept einbeziehen. Schon im Sommer ist eine Kunstausstellung geplant. Zudem will Jaenicke das Festspielhaus enger in europäische und globale Netzwerke von Kunsteinrichtungen einbinden und auch vor der Haustür Partner finden.
Der neue Leiter erinnerte auch an die reiche Tradition des Festspielhaues, in dem einst Künstler wie Igor Strawinsky, Franz Kafka, Rainer Maria Rilke, Sergej Rachmaninow oder Stefan Zweig zu Gast waren. «Wir wollen an die Tradition von Hellerau anknüpfen, ohne selbst zu einem Museum zu werden.» Dafür stehen Jaenicke in diesem Jahr 2,6 Millionen Euro Etat zur Verfügung. Weitere 500 000 Euro Fördermittel will man zusätzlich einwerben. Die Forsythe Company, die in Frankfurt am Main, Zürich und Hellerau eine feste Spielstätte hat, wird separat finanziert. Momentan ist das Festspielhaus wieder eine Baustelle. Im Sommer soll es aber im Inneren vollendet sein.
Jaenicke stellte auch die Projekte für die nächsten Wochen vor. Zum Saisonauftakt ist vom 4. bis 7. April die Forsythe Company mit dem Stück «Clouds After Cranach» zu erleben. Die belgische Choreografin Anne Teresa de Keersmaeker gastiert mit «Fase» (17./18.4.). Das Musiktheater «Operation: Orfeo» (23./24.4.) mit Musik von John Cage und Christoph Willibald Gluck erinnert an Glucks Oper «Orpheus und Euridice», mit der das Festspielhaus vor fast 100 Jahren eröffnet wurde. Bei «Bed & Breakfast» (30.4.-2.5.) kann das Publikum zu Schlafliedern aus aller Welt sogar im Festspielhaus übernachten - am Morgen folgt ein deftiges Frühstück.
(Internet: www.hellerau.org)
|