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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Hack-Museum zeigt «alles» - Tausende Werke aus der Sammlung zu sehen PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 05. März 2009 um 07:11 Uhr

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Wilhelm, Hack, Museum, Ludwigshafen


Das städtische Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen wagt zu seiner Wiedereröffnung ein Experiment, das es so noch nicht oft gegeben hat: Die komplette Sammlung wurde aus den Depots geholt, das sind 9236 erfasste Werke. In der Ausstellung «alles» wird bis 26. April ein großer Teil zu sehen sein - dicht gedrängt an den Wänden des Museums aufgehängt, ohne Ordnung und Beschriftung. «Das ist eigentlich ein Gesamtkunstwerk», sagt der neue Museumsdirektor Reinhard Spieler.

Was steckt dahinter? Spieler hat Ende 2007 in dem Museum den Chefposten angetreten. Das Museum ist inzwischen 30 Jahre alt, es baute auf eine Schenkung des Kölner Kaufmanns Wilhelm Hack (1899- 1985) auf, der seine Kunstsammlung der Stadt Ludwigshafen überließ. Im Laufe der Jahrzehnte kamen immer mehr Kunstwerke dazu. Dem Museum indes haftete in den vergangenen Jahren der Ruf an, etwas langweilig geworden zu sein.

«Wer sind wir eigentlich? Was ist unsere Identität?» - das seien Fragen, die ihm nach seinem Start in Ludwigshafen gekommen seien, erzählt Spieler. Er beschloss, eine «kompromisslose Bilanz» zu ziehen. Also wurden die Depots geöffnet und fast alles - wie es gerade kam - wurde nacheinander an den Wänden des Museums aufgehängt. Zwischen den einzelnen Rahmen sind oft nur ein, zwei Zentimeter Platz, abstrakte Kunst hängt neben Porträts. Es ergibt sich ein beeindruckendes, aber auch etwas verstörendes Bild.

Hinweise auf Titel und Künstler der gezeigten Werke sucht man in der Ausstellung vergebens, für die Besucher ist es also auch ein bisschen Rätselraten. «Wir wollten jetzt erstmal weg von den Namen», sagt Spieler. Auch er könne nicht jedes Werk, das hier gezeigt werde, zuordnen. Neben großer Kunst sei auch manche «irritierende Arbeit» dabei, meint er mit Blick auf die Qualität.

Die große Ausstellung bot sich auch aus einem anderen Grund an. Das Museum wurde 17 Monate lang komplett modernisiert - Wände wurden herausgerissen, das Gebäude wurde gedämmt, es gibt eine neue Klima- und eine Beleuchtungsanlage. Der Schwerpunkt wurde aufs Energiesparen gelegt: Rund fünf Millionen Euro hat die Modernisierung gekostet, künftig sollen bis zu 60 Prozent der Energiekosten eingespart werden. Das Museum war in dieser Zeit geschlossen, die Sammlung wurde ausgelagert - und kam anschließend direkt an die Wände.

Der Ausstellungstitel «alles» übertreibt allerdings ein kleines bisschen. «fast alles» wäre wohl korrekter. Zu den mehr als 9000 Werken zählen alleine rund 6000 Grafiken - um diese alle zu präsentieren, hatte das Museum bei weitem nicht genug Rahmen und Platz. Der allergrößte Teil der Grafiken bleibt deshalb in Schränken verstaut.

Die Ludwigshafener Kulturdezernentin Cornelia Reifenberg zeigt sich sehr zufrieden mit dem Hack-Museum in seinem neuen Gewand. Es sei ein «frischer Wind eingekehrt», findet sie. Das Museum habe «an Weite, an Fläche, an Großzügigkeit viel gewonnen». Es werde künftig ein kultureller Leuchtturm sein, der weit über die Region hinaus strahlen werde. Museumsdirektor Spieler sieht die umfassende Premierenausstellung ein bisschen auch als großen Spaß. Es müsse aber keiner Angst haben, dass es künftig keinen Tiefgang mehr in dem Museum geben werde, sagt er. «Wir sind auch Kunsthistoriker. Wir können auch anders.»

Das Museum ist dienstags, mittwochs und freitags von 11.00 bis 18.00 Uhr, donnerstags von 11.00 bis 20.00 Uhr und am Wochenende von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Wiedereröffnung ist am Freitagabend. Der Eintritt kostet sieben Euro, ermäßigt fünf Euro. Samstags ist der Eintritt frei.

(Internet: www.wilhelmhack.museum)


Das Wilhelm-Hack-Museum



Ludwigshafen (dpa/lrs) - Das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen:

  • wurde 1979 eröffnet
  • Basis waren die Sammlung des Kölner Kaufmanns Wilhelm Hack (1899- 1985) und der Besitz der Städtischen Kunstsammlungen Ludwigshafen
  • hat 9236 Werke in seiner Sammlung
  • der Schwerpunkt liegt auf Kunst des 20. Jahrhunderts, es gibt aber zum Beispiel auch eine bedeutende Sammlung mittelalterlicher Sakralkunst
  • an der Spitze des Museums steht der Kunsthistoriker Reinhard Spieler
  • Wahrzeichen des Museums ist eine große Keramikwand des katalanischen Künstlers Joan Miró an der Südostseite des Gebäudes


(Internet: www.wilhelmhack.museum)



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