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Kultur, Wirtschaft, Krisenzeiten
Die Situation in den USA sei mit der in Deutschland im Bereich der Kultur nicht vergleichbar, betonten die Kulturpolitiker ihrer Fraktion, Gitta Connemann und Wolfgang Börnsen am Donnerstag in einer Presseerklärung. Am Vortag hatte der Bundestagskulturausschuss in einer Expertenanhörung über mögliche Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Kulturszene in Deutschland beraten.
Bisher seien die Auswirkungen «nicht gravierend», betonten die Unionspolitiker. «Gleichwohl müssen wir mittelfristig private Stiftungen, Spender und Sponsoren für Kunst und Kultur ermutigen, ihre hilfreiche Tätigkeit fortzusetzen. Wir appellieren an alle, keine Kurzschlusshandlungen zu verursachen.» Ein abrupter Ausstieg aus der Förderung würde langfristige mühevolle Aufbauarbeit zerstören.
Der Vorsitzende des Bundestagskulturausschusses, Hans-Joachim Otto (FDP), meinte, die Kulturszene in Deutschland müsse sich angesichts zu erwartender harter Einschnitte in den kommenden Jahren «sturmfest machen». Die Situation sei in den meisten Einrichtungen gegenwärtig noch relativ stabil. «Wir wissen aber alle, dass spätestens ab 2010 der Sturm über die Kulturinstitute hinwegziehen wird, bei den einen mehr und bei den anderen weniger, aber wir dürfen uns da keine Illusionen machen.» Es sei jetzt auch Aufgabe der Politik, der Kulturszene zu helfen.
Der Deutsche Kulturrat begrüßte am Donnerstag, dass sich der Parlamentsausschuss als ein «Frühwarnsystem» in der Kulturförderung verstehe. Die Abgeordneten seien übereinstimmend der Auffassung gewesen, dass in den kommenden Jahren mit starken Einbrüchen sowohl in der Kulturfinanzierung als auch bei der Nachfrage nach kulturwirtschaftlichen Gütern und Dienstleistungen zu rechnen sei. Geschäftsführer Olaf Zimmermann befürchtet, dass die Kultur ab 2010 zur «freien Manövriermasse» in den Haushaltskassen und damit zum «Zahlmeister der Nation» werden könnte.
Schon jetzt seien überall «die Buchhalter unterwegs, um alle Sparmöglichkeiten auszuleuchten», ergänzte Michael Roßnagel vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft. Und viele Beschäftigte in den Firmen werfen die Frage auf, «warum gebt Ihr Geld für die Kultur wenn wir in Kurzarbeit müssen?» Eingeladen waren zu der Anhörung unter anderem der Deutsche Städtetag, die Kultusministerkonferenz, der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft und der Deutsche Kulturrat.
Die Linke griff den Vorschlag von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) auf, in Krisenzeiten die Eintrittspreise für Theater, Museen und Konzerte zu senken. Die FDP brachte, unterstützt vom Deutschen Kulturrat, wieder das Staatsziel Kultur im Grundgesetz ins Gespräch, was gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten hilfreich sein könnte.
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