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Montag, 09. März 2009 um 06:57 Uhr |
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Besucher, GHB, Museum
Zu Tagen der offenen Tür sind bis zum Samstagnachmittag 17 500 Schaulustige in das vom britischen Stararchitekten David Chipperfield rekonstruierte Gebäude gekommen. Rund 30 000 Besucher würden in dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Museum bis zum Sonntagabend erwartet, wie Christoffer Richartz vom Besucherdienst der Staatlichen Museen Berlin sagte. Danach wird das Haus bis zum 16. Oktober geschlossen. In der Zwischenzeit sollen die ägyptischen Sammlungen mit der 3500 Jahre alten Nofretete-Büste sowie die Schätze aus dem Museum für Ur- und Frühgeschichte einziehen.
Am Samstag hatte das Museum bereits um 9.00 Uhr geöffnet, um den großen Andrang zu meistern. «Die ersten Besucher haben sich schon um 8.00 Uhr angestellt. Man kann sie natürlich nicht in der Kälte stehen lassen», meinte Anna Nowak, Hostesse am Infostand vor dem Museum. Eingepackt in einer dicken Steppjacke und mit einem Heizstrahler im Rücken gab sie den vielen Familien Auskunft über das Kinderprogramm «Ticket in die Steinzeit». In einem «Höhlenraum» im ägyptischen Teil durften Kinder mit Farben und Formen die Steinzeit erforschen, während ihre Eltern das Gebäude besichtigten.
Aus Sicherheitsgründen wurden jeweils nicht mehr als 1200 Besucher gleichzeitig in das Museum gelassen. Die Wartezeiten lagen am Wochenende zwischen 30 Minuten und zwei Stunden. Bis zum Berliner Dom am Lustgarten erstreckten sich teilweise die Schlangen. Doch die vielen Besucher nahmen das gerne in Kauf. «Es ist wirklich sehr gut gelungen. Man sieht die Zerstörung und gleichzeitig wurde der Geschmack der Neuzeit getroffen», sagte Reinhard Jagsch, der zum letzten Mal vor zwölf Jahren die Museumsruine besichtigt hatte.
Trotz der Kritik im Vorfeld äußerten sich viele Besucher positiv über den Erhalt der durch Krieg und Jahrzehnte langer Verwitterung ausgelösten Schäden. «Das haben die großartig gemacht», sagte etwa die Berlinerin Hanni Potyka.
Aber auch Kritik war zu hören. Mitglieder der Gesellschaft Historisches Berlin (GHB) verteilten Umfragezettel und sprachen sich gegen die Neukonstruktion aus. «Denkmalpflege ist zur Wundmalpflege geworden», sagte der GHB-Vorsitzende Bernd Wendland mit Blick auf die neue Fassade des Museums. Der Architekt kritisierte die modernen Bauelemente als «bewusste Handlung gegen die Symbolik des Gebäudes».
Unmut löste bei den GHB-Anhängern, die schon in der Planungsphase gegen Chipperfields Projekt protestiert hatten, vor allem das Edelbeton-Treppenhaus aus. «Das sieht aus wie ein Bunker», sagte Gerda Stenzel. Zwei Drittel der vom GHB befragten Besucher waren allerdings mit dem neuen Haus zufrieden.
(Internet: www.smb.spk-berlin.de)
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